Wie beeinflussen Empfehlungssysteme, welche Inhalte Jugendliche in sozialen Netzwerken sehen? Und was passiert, wenn ihnen zunehmend einseitige oder problematische Inhalte vorgeschlagen werden? Darum geht es in "Last Seen Online", der neuen Mission des Augmented-Reality-Spiels Escape Fake. Das Faktencheck-Team der Deutschen Presse-Agentur (dpa) hat an der Entwicklung mitgewirkt.
Escape Fake vermittelt Jugendlichen spielerisch Medienkompetenz und verbindet dafür die Funktionsweise klassischer Escape Rooms mit Augmented Reality. Die neue Mission richtet sich an Jugendliche ab 13 Jahren und beschäftigt sich mit Empfehlungsalgorithmen, Online-Communitys und der Frage, wie sich Inhalte und Wahrnehmungen in digitalen Umgebungen zunehmend verengen können.
Drei Online-Welten, ein verschwundener Jugendlicher
Ausgangspunkt von "Last Seen Online" ist das Verschwinden des Jugendlichen @TryHard_Trivia aus seiner digitalen Welt. Zurück bleiben Nachrichten von drei Freundinnen und Freunden, die sich in unterschiedlichen Online-Communitys bewegen: Ein Fitness-Account dreht sich zunehmend um den perfekten Körper, ein Koch- und Lifestyle-Blog vermittelt immer starrere Vorstellungen vom richtigen Leben und in einem Wellness-Feed verdrängen spirituelle Heilsversprechen zunehmend medizinischen Rat.
Die Spielenden versuchen herauszufinden, was mit @TryHard_Trivia passiert ist. Dafür müssen sie Chats und Social-Media-Posts entschlüsseln, Quellen einordnen und erkennen, wie Sprache, Bilder und Empfehlungen ihre Wahrnehmung beeinflussen. Im Verlauf des Spiels werden die Inhalte in den jeweiligen Online-Welten zunehmend extremer. Die Jugendlichen müssen schließlich selbst beurteilen, welche Faktoren zum Verschwinden von @TryHard_Trivia beigetragen haben.
"Jugendliche bewegen sich täglich in digitalen Informationsräumen, deren Auswahlmechanismen für sie oft nicht unmittelbar sichtbar sind. Mit Escape Fake wollen wir diese Mechanismen erfahrbar machen und gleichzeitig zeigen, wie wichtig Quellenprüfung, kritisches Denken und die Einordnung von Inhalten sind", sagt Teresa Dapp, Leiterin des dpa-Faktenchecks.
Bei der Entwicklung von "Last Seen Online" arbeitete das Escape-Fake-Team direkt mit Jugendlichen in drei Ländern zusammen, um deren Erfahrungen, Interessen und Sorgen in die Gestaltung der Geschichte einzubeziehen.
Medienkompetenz spielerisch vermitteln
Escape Fake ist ein Augmented-Reality-Spiel zur Vermittlung von Medienkompetenz. Die Spielenden bewegen sich durch digitale Escape Rooms, prüfen Informationen und lösen gemeinsam Aufgaben. Das Angebot richtet sich insbesondere an Schulen, Jugendgruppen und Bildungseinrichtungen, kann aber auch von zuhause von Eltern mit ihren Kindern gespielt werden.
Escape Fake wird vom österreichischen Studio Polycular gemeinsam mit Waag Futurelab in den Niederlanden und der Deutschen Presse-Agentur entwickelt. Das Projekt wird von der Europäischen Union über das Programm Creative Europe kofinanziert.
"Wir haben aktuelle Online-Trends und die Erfahrungen der Jugendlichen in eine Geschichte übersetzt, in der sie selbst Entscheidungen treffen und deren Folgen erleben. So wird sichtbar, wie Online-Communitys Zugehörigkeit schaffen können, aber auch, wie sich Inhalte und Perspektiven schrittweise verändern können", sagt Irina Paraschivoiu, COO des österreichischen Studios Polycular.
Premiere hatte "Last Seen Online" beim Ars Electronica Festival 2026. Dort wurde die neue Mission gemeinsam mit drei Projekten von Schülerinnen und Schülern der HTL Salzburg präsentiert, die in Kooperation mit Escape Fake entstanden sind.
Begleitend zum Spiel stehen Lehrkräften Unterrichtsmaterialien zur inhaltlichen Nachbereitung zur Verfügung. Zudem ist ein Starter-Kit mit gedruckten Materialien und gemeinsam mit Lehrkräften und Jugendlichen entwickelten Kartenspielen erhältlich.
Die Escape-Fake-App ist für Android und iOS in acht Sprachen verfügbar. "Last Seen Online" ist Teil der Plus-Lizenz. Weitere Informationen zum Spiel und zu den Unterrichtsmaterialien gibt es unter: https://escapefake.org/de/
Über dpa:
Die Deutsche Presse-Agentur (dpa) wurde 1949 gegründet und gehört zu den weltweit führenden unabhängigen Nachrichtenagenturen. dpa beliefert Medien, Unternehmen und Organisationen mit redaktionellen Angeboten. Dazu zählen Texte, Fotos, Videos, Grafiken, Hörfunkbeiträge und andere Formate. Als international tätige Agentur berichtet dpa in sieben Sprachen. Rund 1000 Journalistinnen und Journalisten arbeiten weltweit an etwa 130 Standorten. Gesellschafter der dpa sind rund 170 deutsche Medienunternehmen. Die Zentralredaktion der dpa unter der Leitung von Chefredakteur Sven Gösmann befindet sich in Berlin. Die Geschäftsführung um ihren Vorsitzenden Peter Kropsch ist am Unternehmenssitz in Hamburg tätig. Vorsitzender des Aufsichtsrats ist Daniel Schöningh (Geschäftsführer der Münchener Zeitungs-Verlag GmbH & Co. KG, München).
Im In- und Ausland vertrauen Medien unterschiedlicher redaktioneller Ausrichtung der überparteilichen, neutralen und verifizierten Berichterstattung der dpa. Die dpa arbeitet nach den in ihrem Statut festgelegten Grundsätzen: unabhängig von Weltanschauungen, Wirtschaftsunternehmen oder Regierungen. Finanzielle Zuwendungen von staatlichen Stellen, Unternehmen und Privatpersonen lehnt die dpa ab. Projektgebundene Förderungen nimmt die dpa lediglich in einigen wenigen ausgesuchten Fällen und nach sorgfältiger Prüfung an. Eine Auflistung dieser Projekte ist auf unserer Website zu finden.
Pressekontakt: dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH Jens Petersen Leiter Konzernkommunikation Telefon: +49 40 4113 32843 E-Mail: pressestelle@dpa.com
Weiteres Material: www.presseportal.de Quelle: dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH


