Internet-Sicherheit

Gmx und Web.de: Nur jeder Fünfte geht richtig mit Spam um

Spam-E-Mails bekommt jeder. Doch die Mehrheit geht laut Gmx und Web.de falsch damit um. Wer Tipps beherzigt, trainiert den Spamfilter.

E-Mail-Anbieter wie Gmx und Web.de können ihre Spam-Filter verbessern – mithilfe von künstlicher Intelligenz und dem richtigen Nutzerverhalten.

E-Mail-Anbieter wie Gmx und Web.de können ihre Spam-Filter verbessern – mithilfe von künstlicher Intelligenz und dem richtigen Nutzerverhalten.

Foto: Andrea Warnecke / dpa-tmn

Karlsruhe/Berlin. Mit unerwünschten Spam-E-Mails möchten die deutschen Internet-Nutzer möglichst wenig zu tun haben: Lediglich jeder Fünfte Internetnutzer (19 Prozent) markiert verdächtige E-Mails im eigenen Postfach als Spam. Die überwiegende Mehrheit aber (60 Prozent) löscht mögliche Spam-Nachrichten ungelesen.

Sieben Prozent lesen zuerst und löschen im Anschluss und drei Prozent belassen die Spam-Mail einfach im Posteingang. Nur einer von hundert deutschen Internetnutzern antwortet nach eigenen Angaben sogar auf E-Mail-Spam.

Das ist das Ergebnis einer repräsentativen YouGov-Umfrage im Auftrag der E-Mail-Anbieter Web.de und Gmx. Die beiden Dienste wollen daher künftig mit einer neuen Funktion auf die Mitwirkung der Nutzer setzen, damit Spam-Filter effektiver arbeiten.

WhatsApp: Diese drei Tricks muss man kennen
WhatsApp- Diese drei Tricks muss man kennen

Der richtige Umgang der Nutzer mit potenziell gefährlichen Schad-Mails sei ein wichtiger Baustein für die Spam-Erkennung der Anbieter: „Ein Nutzer, der eine E-Mail als Spam markiert, sagt ganz klar: ‚Ich halte diese Mail für Spam und diesen Absender für gefährlich‘“, sagt Jan Oetjen, Geschäftsführer von Web.de und Gmx.

„Mit dieser Bewertung wird nicht nur der persönliche Spam-Filter des Nutzers trainiert, sondern wir können die Erkenntnisse auch für unsere gesamten Mail-Systeme einsetzen. Dies ist insbesondere zur schnellen Erkennung neuer Spam-Angriffsmethoden wichtig.“

Spam-Erkennung trainieren – mit Hilfe künstlicher Intelligenz und richtigem Verhalten

Die so gewonnenen Daten können E-Mail-Anbieter wie Gmx und Web.de mit Hilfe künstlicher Intelligenz (KI) auswerten – wenn auch der Nutzer sich richtig verhält. Beim Kampf gegen Spam ist jeder dritte deutsche Internetnutzer (33 Prozent) bereit, seine E-Mails durch den eigenen Anbieter mit KI automatisiert analysieren zu lassen. Web.de und Gmx führen dazu nach eigenen Angaben eine neue Funktion unter dem Namen „Verbesserte Spam-Erkennung“ ein.

Dabei kann sich der Nutzer aktiv dafür entscheiden, mit seinen Spam-Markierungen nicht nur den persönlichen Spam-Filter zu trainieren, sondern diese Daten auch an die Haupt-Filtersysteme von Web.de und Gmx weiterzugeben. So würden laut der beiden Anbieter auch andere Nutzer von der manuellen Spam-Bewertung profitieren. Zur Aktivierung der neuen Funktion ist die Einwilligung des Nutzers erforderlich.

Spam-E-Mails: So gehen Nutzer richtig mit unerwünschten Nachrichten um

Werden Spam-Mails einfach gelöscht, geht dem E-Mail-Anbieter die Spam-Bewertung des Nutzers verloren. Noch kritischer ist das Antworten auf Spam- oder Phishing-Nachrichten. Das beweist dem Spam-Versender, dass die E-Mail-Adresse korrekt ist – und animiert ihn zu noch mehr Spam-Versand.

Besser ist es daher, verdächtige E-Mails direkt in der Webmail-Anwendung oder in der App des Mail-Anbieters als Spam zu markieren und in den Spam-Ordner zu verschieben. Apps oder Mail-Clients von Drittanbietern können die notwendigen Informationen oft nicht ans System des E-Mail-Anbieters weitergeben.

Internet-Sicherheit und Spam – mehr zum Thema:

Nicht nur bei E-Mails, sondern auch bei sozialen Netzwerken gibt es immer wieder Wellen von gefälschten Nachrichten – so zuletzt bei Instagram: Was Sie gegen Spam in Gruppen tun können.

Nach wie vor ist der Dauerbrenner unter den Passwörtern „123456“. Diese unsicheren Passwörter bleiben am beliebtesten. Das Smartphone ist eine Datenkrake – so verwischen Sie auf dem Smartphone Ihre Spuren wirksam. Der beliebte Bezahldienst Paypal schließt eine gefährliche Lücke – die Polizei warnt vor diesem Trick. (mahe)