Störung

Netzausfall bei Vodafone: Bekommen Kunden Geld zurück?

Über eine Million Vodafone-Kunden waren von Netz-Ausfällen betroffen. Seit Freitagnachmittag sollen aber alle Probleme behoben sein.

Bei Vodafone kam es seit Donnerstagnachmittag zu Störungen.

Bei Vodafone kam es seit Donnerstagnachmittag zu Störungen.

Foto: Federico Gambarini / dpa

Düsseldorf/Berlin.  Seit 15 Uhr am Freitag sind die Störungen von Internet und Telefon im Vodafone-Netz behoben. Die bis dahin noch betroffenen 25.000 Kunden können endlich wieder surfen. Das teilte nun eine Vodafone-Sprecherin in einem Statement mit. Die Ursache für die Störung wurde gefunden und behoben.

Techniker hätten in den Rechenzentren Hardware neu gestartet und Komponenten ausgetauscht. Dadurch habe man auch die letzten Probleme beheben können.

Von der Panne waren am Donnerstagabend zeitweise mehr als 1,8 Millionen Menschen in 13 Bundesländern betroffen. Schuld sei ein Problem im Rechnerverbund in Frankfurt am Main und Berlin gewesen. Betroffen war auch das internetbasierte Video-on-demand – keine Probleme gab es dagegen beim Fernsehen.

Kriegen Kunden jetzt ihr Geld zurück?

Sowohl in den sozialen Netzwerken wie auch im Forum von Vodafone kam nach der Störung die Frage auf, ob Vodafone auch für entstandene Schäden zahlt. In bestimmten Fällen kann dies tatsächlich der Fall sein, sagt eine Verbraucherschützerin. Bevor sie klagen, sollten Kunden aber erst das Gespräch mit dem Anbieter suchen. „Ich kann mir vorstellen, dass Vodafone an der ein oder anderen Stelle kulant ist“, sagt Carola Elbrecht vom Verbraucherzentrale Bundesverband.

Es seien durchaus relevante Schadensfälle denkbar, so die Juristin: Der Selbstständige, dem ohne Internet ein Auftrag entgangen ist, der Privatmann, der bei Ebay seine Gebote oder Angebote nicht kontrollieren konnte, oder jemand, den in einer Vertragsangelegenheit ein wichtiger Telefonanruf nicht erreicht hat. Dass man aber nicht googlen konnte oder ein Video-Stream abgebrochen ist, rechtfertigt keinen Schadensersatz.

Am Donnerstagabend gab es die ersten Berichte

Schon am frühen Donnerstagabend hatten Kunden über Störungen geklagt. In der Nacht zum Freitag waren die Einschränkungen „noch nicht zu 100 Prozent behoben“, wie Vodafone den Kunden auf Twitter mitteilte. Über den weiteren Fortschritt hielt das Unternehmen die Kunden unter forum.vodafone.de auf dem Laufenden.

Störmeldungen vor allem aus den Ballungsräumen

Wie unsere Redaktion von Vodafone erfuhr, trat die Störung am Donnerstag zwischen 17.30 Uhr und 17.45 Uhr auf. Aus Firmenkreisen war zunächst zu hören, dass die Störung relativ schnell behoben werden könne, da es sich um keinen kompletten Ausfall des gesamten Netzes zu handeln scheine. Um 19.13 Uhr meldete Vodafone dann allerdings, dass die Techniker noch mit Hochdruck an der Behebung des Ausfalls arbeiteten.

Die Kunden klagten ihr Leid sowohl auf der Facebook-Seite der Service-Abteilung von Vodafone wie auch auf dem Störungsportal allestörungen.de. Dort gingen für Kabel Deutschland zwischen 17 und 18 Uhr über 6800 Störungsmeldungen ein, für Vodafone waren es im selben Zeitraum 655 Meldungen. Meldungen waren vor allem aus den Ballungsräumen rund um die deutschen Großstädte eingegangen.

Kunden berichteten auf der Facebook-Seite von Vodafone vielfach, dass einzelne Internetseiten und Apps – so auch Facebook selbst – trotz der Störungen zu erreichen seien. Das Fernsehen sei nicht betroffen, hieß es mehrheitlich.

Vodafone hatte den Kabelnetz-Betreiber Kabel Deutschland im Jahr 2013 übernommen. Ende 2015 hatte Vodafone nach eigenen Angaben 2,9 Millionen Kabelinternet-Kunden. (dpa/ac/jei)