Handydienste

EU schließt 54 Webseiten von Klingeltonanbietern

Die EU räumt mit dem Wildwuchs bei Handydiensten auf. Die Behörden in Brüssel haben 159 Internetseiten und Handydienste überprüft. 54 davon wurden geschlossen. Die Angebote zielen teils auf unerfahrene Kunden, oft wurden Gebühren verschwiegen. Auch deutsche Anbieter sind betroffen.

Foto: ddp

Viele irreführende Internetangebote für Klingeltöne und andere Handydienste in der EU sind in den vergangenen Monaten unter dem Druck der Behörden korrigiert worden. Darüber hinaus sei eine Reihe von Websites geschlossen worden, erklärte die EU-Kommission in Brüssel. Verbraucher seien vor allem bei den Preisen getäuscht worden, auch sei die nachträgliche Kontaktaufnahme für Kunden schwer gewesen.

Eine Reihe von Angeboten sei als „gratis“ angepriesen worden, die Verbraucher hätten tatsächlich aber langfristige Verträge abgeschlossen. In anderen Fällen seien Gebühren verschwiegen worden. Oft gehe es um Klingeltöne für Handys, beispielsweise Ausschnitte aus bekannten Songs. Der Markt für diese Töne hatte nach Kommissionsangaben im Jahr 2007 in Europa ein geschätztes Volumen von knapp 700 Mio. Euro. Auch Spiele oder Hintergrundbilder würden im Internet oft unter irreführenden Angaben verkauft.

Klingelton-Angebote zielen nach wie vor oft auf junge, unerfahrene Kunden, wie die Kommission feststellte. „Eltern sollten keine bösen Überraschungen mit der Telefonrechnung erleben, wenn ihre Kinder aus Versehen mehr unterschrieben haben als gedacht“, erklärte Verbraucherkommissarin Meglena Kuneva das Ziel des EU-Vorstoßes. Die Untersuchung sei eine direkte Reaktion auf Hunderte von Beschwerden von Eltern und Verbrauchern aus zahlreichen EU-Mitgliedstaaten gewesen.

Unter der Koordination der Kommission wurden daher seit Mitte 2008 von den nationalen Behörden rund 550 Internet-Seiten kontrolliert. Bei rund 300 Seiten wurden schließlich Verletzungen der gesetzlichen EU-Standards für Verbraucherschutz festgestellt. Die nationalen Behörden hätten darauf die Anbieter kontaktiert und Änderungen gefordert.

Zum Teil wehrten sich die Anbieter laut Kommission mit rechtlichen Mitteln gegen die angemahnten Änderungen. Europaweit seien inzwischen aber 159 der bemängelten Seiten korrigiert und 54 komplett geschlossen worden.

In Deutschland prüfte das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) 30 Websites. Bei 20 von ihnen gab es Anhaltspunkte für Rechtsverstöße, bei 13 wurden schließlich auch tatsächlich Verstöße festgestellt, erklärte das BVL. Verbraucherverbände hätten daher in Abstimmung mit dem BVL die Anbieter abgemahnt sowie Änderungen und Unterlassungserklärungen erwirkt. Bei grenzüberschreitenden Fällen habe das BVL erfolgreich mit Partnerbehörden im Ausland zusammengearbeitet.