Startet Ihr Computer so langsam, dass die Zeit bequem fürs Kaffeekochen reicht? Dauert es ewig, bis sich Digitalfotos öffnen? Ist beim Kopieren einer Datei minutenlang das Windows-Fensterchen mit der Fortschrittsanzeige und den fliegenden Blättern zu sehen? Höchste Zeit, Windows wieder flottzumachen: Ein Defragmentierungs-Programm sorgt für Ordnung auf der Festplatte und bringt verloren geglaubtes Tempo zurück.
Windows XP
IOBit Smart Defrag gab vor, die Defragmentierung einer 37-Gigabyte-Partition in neun Minuten zu erledigen. Aber das Ergebnis war enttäuschend: Ein Geschwindigkeitsvorteil blieb aus. Für einen merklichen Temposchub brauchen Sie Geduld: Testsieger Raxco Perfect Disk 10 benötigte für die Neuordnung der Daten elf Stunden. Mit gut acht Stunden war das nahezu ebenbürtige, aber kostenlose Auslogics Disk Defrag etwas schneller. Nach der Aufräumaktion gab der PC wieder richtig Gas. Das funktional schwächere Gratis-Programm Piriform Defraggler holte sogar noch mehr Tempo raus.
Windows Vista
Die besten Defragmentierer sind unter Vista die kostenlose Software Piriform Defraggler und Windows Vista selbst. Nach dem Einsatz von Defraggler ließen sich die meisten Aufgaben am PC wieder flott erledigen. Allerdings dauerte die Defragmentierung einer 120-Gigabyte-Festplatte im Test über 13 Stunden.
Windows 7
Magical Defrag räumte sieben Stunden und 39 Minuten lang auf. Der Lohn der Mühe: Der PC arbeitete anschließend spürbar schneller. Nur ein Programm räumte noch gründlicher auf und war mit dreieinhalb Stunden auch wesentlich schneller: Die bordeigene Windows-7-Defragmentierung ist so gut, dass Zusatzprogramme unnötig sind. Nach der Defragmentierung war das Betriebssystem in vielen Bereichen fast so schnell, wie frisch installiert.
Geduldsprobe: Abbruch nach 72 Stunden
87 Prozent der Dateien auf der 37 Gigabyte großen Test-Festplatte waren fragmentiert – offenbar zu viel für einige Programme: Unter Windows XP waren J. C. Kessels MyDefrag und S.A.D. DriveDefrag 2 drei Tage nach Beginn der Defragmentierung noch nicht fertig. Unter Windows 7 beendeten die Tester die Arbeit von PerfectDisk und MyDefrag nach 72 Stunden.
Warum wird die Festplatte fragmentiert?
Windows soll Dateien möglichst schnell speichern. Das Betriebssystem sucht daher nicht lange nach einer passenden Lücke, sondern beginnt an der nächstbesten freien Stelle mit dem Schreiben der Daten. Etwa dort, wo kurz zuvor eine andere Datei gelöscht wurde. Oft reicht der Platz aber nicht, um die komplette Datei zu speichern. Dann springt der Schreib-/Lesekopf der Festplatte zur nächsten freien Stelle und legt dort den Rest der Daten ab. So entsteht ein Daten-Flickenteppich.
Warum verlangsamt Fragmentierung die Festplatte?
Für fragmentierte Festplatten ist jeder Datei-Aufruf Schwerstarbeit: Der Schreib-/Lesekopf muss immer wieder über die Platte wandern, um die Einzelteile der Datei aufzustöbern und einzulesen. Das führt zu vielen kurzen Verzögerungen, die Windows beim Zugriff auf die Daten ausbremsen. Richtig schlimm wird’s, wenn der PC beispielsweise mehrere Kopiervorgänge gleichzeitig erledigen soll. Dann springt der Schreib-/Lesekopf fürs Zusammensuchen der Datei-Bestandteile so oft hin und her, dass die Suche eine gefühlte Ewigkeit dauert.
Was leistet ein Defragmentierungs-Programm?
Ein Defragmentierungs-Programm sortiert die Daten auf der Festplatte um: Alle Dateien sind danach wieder in einem Stück gespeichert. Dann legt der Schreib-/Lesekopf nur noch kurze Strecken zurück, die Lesegeschwindigkeit steigt, Windows gibt wieder Gas. Ein guter Defragmentierer prüft zudem, welche Programme und Dateien Sie häufig nutzen. Diese Daten speichert die Software beim Umsortieren möglichst nahe an den häufig gebrauchten Dateien des Betriebssystems. Das beschleunigt den Zugriff auf die angeforderten Bits und Bytes und macht den PC deutlich schneller. Die Programme räumen sowohl die Platte im Computer als auch externe, per USB oder Firewire angeschlossene Festplatten auf.
Wie oft sollte man die Festplatte defragmentieren?
Starten Sie die erste Defragmentierung schon kurz nach dem Kauf eines neuen Computers. Danach ist es sinnvoll, sie regelmäßig alle paar Wochen durchzuführen. Ob eine Aufräumaktion nötig ist, sagt Ihnen in der Regel das jeweilige Defragmentierungs-Programm: Die meisten bieten eine Kontrollfunktion, mit der sich die Festplatte überprüfen lässt. Ist die Platte zu mehr als zehn Prozent fragmentiert, ist digitales Aufräumen angebracht.
Können beim Aufräumen Daten verloren gehen?
Nein. Der Defragmentierer löscht Daten erst, wenn sie erfolgreich an einen neuen Platz kopiert wurden. Nur ein Stromausfall könnte für Datenverluste sorgen. Aber diese Gefahr besteht auch, wenn bei der Bearbeitung einer Datei plötzlich der Strom weg ist.
Quelle: Computer Bild.
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