Handy-Hitliste

Das sind die besten Smartphones des Jahres

Das iPhone 4 hat zwar die Fesseln des SIM-Lock gesprengt – für die Nummer 1 reicht es aber nicht. Fünf Smartphones schneiden besser ab.

Klar, das iPhone 4 ist besser als sein Vorgänger iPhone 3GS. Für die Spitze der Bestenliste reicht es trotzdem nicht. Mit Samsung Galaxy S, Motorola Milestone 2, HTC Desire HD und Nexus One schieben sich gleich vier Android-Geräte vor das iPhone. Sie punkten mit guter Bedienung und prima Internetfunktionen samt Flash-Unterstützung und einfachem Datenaustausch. Auch Nokias Symbian-Flaggschiff N8 erhielt bessere Noten als Apples Verkaufsschlager. Im Bereich Foto und Multimedia setzt das N8 neue Maßstäbe.

Nach Lieferengpässen und iPhone-4-Empfangsproblemen gibt es aber auch wieder gute Nachrichten für Apple-Fans: Das iPhone 4 ist jetzt auch über Apples Online-Shop erhältlich – SIM-Lock-frei. Diese Tatsache und die neue Preisgestaltung dürften für weitere Zuwachsraten sorgen. Mit der Computer Bild-Ausgabe 8/2010 wurden die Testkriterien für Handys aktualisiert und ist nun praxisorientierter. Das sind die wichtigsten Neuerungen:

- Bedienung: Die Tester bewerten, wie einfach und intuitiv Bedienung, Navigation und Wechsel zum Hauptmenü sind. Ist Einhandbedienung möglich und gibt es eine QWERTZ-Tastatur?

- Internet: Schnelligkeit und Darstellung werden nach den gleichen Maßstäben wie Firefox, Internet Explorer & Co. getestet.

- Akku-Laufzeit: Die Akkumessung berücksichtigt Internet-Dauerverbindungen per Mobilfunk sowie WLAN-Nutzung und GPS.

Künftig bewertet Computer Bild alle Handys nach dem neuen Testverfahren. Die alte Bestenliste bietet aber nach wie vor einen guten Überblick über die zahlreichen, aufwendig getesteten Smartphones. Innerhalb des alten Testverfahrens ist Vergleichbarkeit somit weiterhin gegeben.

Das iPhone ist nicht billig, es kommt deshalb nicht für jeden infrage. Aber: Große Touchscreens, Navigation, Internet- und E-Mail-Unterstützung, Kamera- und Videofunktionen, Chat-Clients und die Einbindung von sozialen Netzwerken wie Facebook oder Twitter müssen nicht teuer sein. Das Nokia 5230 schrammte nur knapp an einer guten Testnote vorbei – dabei kostet es ohne Vertrag gerade mal um 120 Euro und bietet sogar Gratis-Navigation.

Wer auf einen Touchscreen verzichten kann, bekommt mit Nokias C5 ein gut ausgestattetes und mit „gut“ bewertetes Smartphone für unter 120 Euro (Stand: November 2010). Aber Vorsicht: Viele Anwendungen laden ständig Daten aus dem Internet! Schnell kommen ohne passenden Vertrag einige Hundert Megabyte zusammen. Bedenken Sie das bei der Tarifwahl, sonst mutiert das „Sparphone“ zur Kostenfalle. Microsoft stellt Smartphones mit Windows Phone 7 vor: Die Geräte sollen auch für Privatkunden attraktiv sein, allerdings kopiert Microsoft fast alle Einschränkungen zum Datenaustausch von Apple und setzt voll auf Cloud-Computing (Online-Speicherplatz). Die ersten Windows-Phone-7-Geräte errangen gute Testnoten und überzeugten mit flüssiger Bedienung. HTCs 7 Mozart schob sich knapp vor LGs Optimus 7.

Grundsätzlich lassen sich auch für den PC gedachte Internetseiten auf dem Handy-Bildschirm anzeigen. Je größer das Display und die Auflösung, desto besser ist auch die Übersicht. Wie gut das Surfen auf dem Handy geht, hat das 3GS vorgemacht. Das iPhone 4 kann es noch besser, aber die Surfstars heißen: Samsung Galaxy S, Motorola Milestone 2, HTC Desire HD und Nexus One. Die Androiden spielen sogar Flash-Videos ab.

Handys lassen sich als Navi nutzen

Die meisten aktuellen Handys haben einen GPS-Satellitenempfänger und lassen sich mit entsprechender Software als Navi mit Sprachansage im Auto nutzen. Nokia preschte vor und bietet Ovi-Maps inklusive sprachgeführter Auto- und Fußgänger-Routen kostenlos für Symbian-Geräte an.

Google kontert mit vollwertiger sprachgestützter Navigation für Android-Geräte ab Version 1.6. Telekom-Kunden mit iPhone, Android- oder Windows-Phone-7-Smartphone haben während der Vertragslaufzeit kostenlos Zugriff auf die vollwertige Onboard-Navigation „Navigon select“. Davon abgesehen bieten alle Windows-Phone-7-Geräte kostenlose Routenführung auf Basis von Microsofts Bing-Maps. In puncto Display setzt das iPhone 4 Maßstäbe: Mit 960x640 Pixel bietet es momentan die höchste Auflösung auf dem Handy-Markt. Einzelne Pixel sind kaum erkennbar. Das Ablesen fällt jedoch bei Sonneneinstrahlung schwer.

Hier trumpfte Samsungs Galaxy S auf: Mit seinem Super-AMOLED-Bildschirm strahlte es auch im Freien. Mit guten Displays punkten unter anderem auch Samsung S8500 Wave, LG GD880 mini, Motorola Milestone, Milestone 2, Nokia N900 und Sony Ericsson Xperia X10. Viele sehen im Betriebssystem Android die Ursache für das angespannte Klima zwischen Google und Apple. Immer mehr Hersteller setzen auf das Open-Source-Betriebssystem (wie Sony Ericsson mit dem Xperia X10). Die Bedienung ist ähnlich gut und Daten (etwa Musik) kopieren Sie beliebig hin und her. Bei Apple führt hingegen kein offizieller Weg an iTunes vorbei.

Die beste Fotoqualität liefert Nokia

Das iPhone und seine Konkurrenten haben eine ähnliche Sende- und Empfangsqualität wie viele andere Handys. Alle Testkandidaten speichern mehrere Hundert Nummern, die Einträge lassen sich mit dem Adressbuch auf dem PC abgleichen. Beim Freisprechen bieten die meisten Geräte dank vergleichsweise hochwertiger Laut­sprecher viel Komfort.

Auch mit seinem maximalen UMTS-Tempo von knapp sieben Megabit pro Sekunde (Mbps) spielt das iPhone 4 in der ersten Liga. Der UMTS-Überflieger kommt von Nokia: Das unscheinbare 6700 Classic protzte im Test mit mehr als neun Mbps. Allerdings können die Provider in der Praxis gar nicht so viel liefern. Inter­net per WLAN beherrschen inzwischen immer mehr Multimedia-Handys; praktisch vor allem, wenn im Büro oder zu Hause entsprechender Funkkontakt besteht. Im Ausland, wo der Datenempfang weiterhin extrem teuer ist, leistet WLAN ebenfalls gute Dienste. WLAN-Hotspots am Flughafen oder im Hotel drücken die Kosten.

In Sachen Kamera besserte Apple nach, bietet effektiv fünf Megapixel. Der Fotovergleich zwischen iPhone 4 und 3GS bescheinigt dem Neuling nicht nur mehr Pixel, sondern auch die bessere Lichtausbeute. Zum Primus wird das iPhone damit aber nicht. Das schon leicht betagte Nokia N86 8MP bot die bislang beste von COMPUTER­ BILD gemessene Handy-Fotoqualität. Die Auslöseverzögerung war mit 1,4 Sekunden jedoch viel zu lang. Das iPhone 4 ist mit 0,15 Sekunden deutlich schneller.

Besonders stolz ist man bei Apple auf die Videofunktion, die Aufnahmen in HD-Qualität (1280x720 Pixel) ermöglicht. Immer mehr Hersteller ziehen nach, darunter etwa das Samsung S8500 Wave und die Microsoft-Phone-7-Geräte. Einige Hersteller liefern die 720p-Videoaufnahme sogar per Software-Update nach (etwa HTC beim Desire). Der große Bildschirm und die vielen Funktionen des iPhones benötigen reichlich Strom. Das iPhone 4 hält zwar länger durch als das 3GS, aber kürzer als ein einfaches Riegel-Handy. Bei intensiver Nutzung verlangen nahezu alle Smartphones täglich nach einer Steckdose. Eine Übersicht, welches Handy am längsten durchhält, finden Sie im Artikel: „Die Smartphones und Handys mit der besten Akkulaufzeit “.

Fazit: Das geniale Bedienkonzept und die vielen Apps bleiben starke Argumente für das iPhone. Bei dem superscharfen Display hat die Konkurrenz vorerst das Nachsehen. Aber auch die Kritikpunkte bleiben: Das iPhone OS ist rigoros an iTunes gebunden, unterstützt kein Flash und Funktionen wie Tethering oder Datenaustausch via Bluetooth werden geblockt. Alles Nachteile, die auch das Windows Phone 7 übernimmt.

Quelle: Computer Bild.

Ausführliche Ratgeber, Testberichte und Rezensionen finden Sie auf der Website www.computerbild.de