Früher war die Wahl des neuen Fernsehers einfach: Bild und Ton sollten gut sein, und er musste in die Schrankwand passen. Heute fällt die Wahl schwerer, weil neben Qualität und Größe auch die Ausstattung sehr unterschiedlich ist: Trotz der abgespeckten Gehäuse packen die Hersteller immer mehr Funktionen von HDTV- bis Foto-Wiedergabe in die Fernseher. Die folgenden Seiten helfen Ihnen bei der Entscheidung für das richtige Modell.
Programme satt
Die wichtigste Frage: Wie empfangen Sie Fernsehen? Herkömmliche analoge Kabelprogramme können Sie mit allen Testmodellen anschauen. Für digitale Sender ist die Auswahl schon eingeschränkt. Natürlich lässt sich jeder Fernseher mit einem externen Digital-Empfänger aufrüsten. Was solche Receiver können müssen und welche Extras sie bieten, zeigt Ihnen ein Video auf der Heft-DVD. Nachteil der Receiver: Es steht ein weiteres Gerät im Wohnzimmer, und es gibt eine extra Fernbedienung.
Für digitales Antennenfernsehen (DVB-T, siehe unten) haben alle Modelle außer dem JVC den dazu nötigen Receiver eingebaut. Für digitale Kabelprogramme (DVBC) bleiben nur noch die Modelle von Sony und Panasonic übrig. Noch schwieriger wird es bei Satelliten-Fernsehen (DVB-S). Das bietet lediglich der Panasonic- Fernseher mit seinem Universal- Empfänger (DVB-C, -T und -S).
Mit den Geräten von Panasonic und Sony sind Sie bereits für hochauflösendes Fernsehen (HDTV) gewappnet. Beide zeigen solche Programme aus dem digitalen Kabelnetz. Der „TXL32GW10“ liefert zusätzlich HDTV per Sat-Schüssel. Für die anderen Modelle müssen Sie einen HDTV-Empfänger (ab etwa 200 Euro) dazukaufen, wenn Sie die superscharfen Programme empfangen möchten. Die sind derzeit noch rar, sollen aber ab August regelmäßig auch von ARD und ZDF ausgestrahlt werden.
Fotos auf Vorrat
Auch Ihre Urlaubsfotos kommen mit dem passenden Fernseher groß raus: Grundig, Panasonic, Philips und Sony spielen digitale Fotos ohne Computer ab. Dafür hat das Panasonic- Modell einen Speicherkartenleser, der Ihre Fotos von der SD- oder SDHCKarte aus der Kamera wiedergibt. Die anderen Fernseher sind da flexibler: An ihren USB-Anschluss können Sie entweder einen Speicherstift oder einen Kartenleser (etwa zehn Euro) anstöpseln. Für Besitzer eines HDTV-Camcorders sind die Kandidaten von Panasonic und Sony interessant. Denn solche Camcorder speichern Filme meist als AVCHD-Dateien. Diese geben die zwei Fernseher ebenfalls per USB wieder.
Digitale Speisung
Analoges Kabelfernsehen sah über das Grundig-TV-Gerät etwas grieselig aus. JVC und Sony lieferten rauschfreie Bilder, die klar erschienen, aber auch leicht unscharf. Diese Schwäche zeigten die Fernseher von Panasonic und Philips nicht. Kabelsendungen wirkten hier knackig scharf, plastisch und dennoch rauscharm. Digitalfernsehen bot bei allen Modellen deutlich bessere Bilder. In Führung lagen auch hier Panasonic und Philips.
Wenn Sie einen Receiver oder DVD-Spieler per Scart-Kabel anschließen, bietet das Philips-Modell mit Abstand das schärfste und plastischste Bild. Mit flüssigen Bewegungen, natürlichen Farben und sattem Schwarz ließ er selbst dem Testsieger von Panasonic keine Chance. Der landete mit leicht gelben Hauttönen und etwas zitternden Bewegungen beim Sichttest nur auf dem zweiten Platz. Schließen Sie Ihren DVD- oder Blu-ray-Spieler per HDMI-Kabel an, bleibt der Philips immer noch erste Wahl. Auf dem zweiten Rang folgen die günstigen Fernseher von JVC und Sony. Ihr Bild war per HDMI superscharf und sehr farbtreu. Der „JVC LT-32R10BU“ ruckelte zudem bei Bewegungen kaum. Damit ist der JVC, den man mit Glück für deutlich unter 800 Euro bekommt, ein Geheimtipp.
Die fünf Testmodelle klangen zwar ganz ordentlich, aber auch etwas dünn und schwach im Bass. Am ausgewogensten wirkten die Lautsprecher von Panasonic und Sony. Der JVC-Kandidat gab Sprache ziemlich blechern wieder. Wer eine Heimkino- oder Stereoanlage hat, ist fein raus. Er kann das System an den Fernseher anschließen und dann den vollen Ton darüber hören.
Leicht verdauliche Menüs
Das Menü für Grundeinstellungen ist beim Testsieger „Panasonic TXL32GW10“ vorbildlich. Panasonic hat es auf drei Unterpunkte für Bild, Ton und Setup abgespeckt, so dass man schnell die gewünschte Einstellung findet. Und auch die Untermenüs sind mit ihren überschaubaren Einstellmöglichkeiten schlank gehalten. Der Philips könnte sich davon eine Scheibe abschneiden. Hier gibt es zu viele Einstellmöglichkeiten und das Menü ist, wie auch beim Sony, leicht verschachtelt. Beim Fernseher von Grundig wirkt das Menü zwar auf den ersten Blick übersichtlich und einfach. Aber aus drei Metern Entfernung kann man die kleine Schrift kaum noch lesen. Dickmacher mit Format
Keine gute Figur machte Panasonic bei der Automatik für das Bildformat. Die sollte so einzustellen sein, dass Breitbild-Programme im 16:9-Format den Bildschirm füllen, herkömmliche Sendungen im 4:3- Format jedoch unverzerrt mit seitlichen schwarzen Balken zu sehen sind. Das klappte beim Panasonic leider nicht. Das gleiche gilt für den Grundig. Beide ziehen mit ihrer Automatik 4:3-Bilder stets in die Breite. Stellen Sie bei diesen Fernsehern das Bildformat besser je nach Sendung von Hand um.
Bei den Geräten von JVC, Philips und Sony funktionierte die Automatik zuverlässsig. Dort können Sie in den Grundeinstellungen wählen, ob Sie 4:3-Sendungen im Originalformat oder bildschirmfüllend mit pummeligen Figuren sehen möchten. Vorsicht bei HDTV: Wenn Sie bei Philips und Sony hochaufgelöste Bilder etwa von einem Sat-Receiver per HDMI zuspielen, können Sie das Bildformat nicht ändern. Das muss der Receiver korrekt liefern.
Gezügelter Appetit
Durchweg gute Noten verdienten sich die getesteten Fernseher beim Stromverbrauch. Der lag mit Werten von 100 bis 130 Watt kaum höher als bei Röhrengeräten derselben Größe. Auch in Bereitschaft (Standby) hielt sich der Stromhunger in Grenzen. Am sparsamsten waren Sony und Philips mit weniger als 0,2 Watt Standby-Verbrauch. Das macht pro Jahr nicht einmal 30 Cent. Hundertprozentig ausschalten ließ sich kein Fernseher. Aber nur beim Grundig lag dann der Stromverbrauch noch über einem Watt. Das kostet übers Jahr zwar nur etwas über zwei Euro, ist aber nicht mehr zeitgemäß.
Fazit: Der „Panasonic TX-L32GW10“ ist nur äußerlich schlank. Mit dem Multituner für digitales Fernsehen (DVB-C, -S, -T) bietet er eine üppige Ausstattung und wurde bei Klang und Bedienung klarer Sieger. Sind Sie Kabelzuschauer? Dann ist der kaum weniger gut ausgestattete Preis-Leistungs-Sieger „Sony KDL-32V5500“ erste Wahl, – falls Sie das leichte Bildruckeln nicht stört.
Mehr zum Thema finden Sie in der aktuellen "Audio Video Foto Bild", Ausgabe 06/09.




