Im vergangenen Herbst tat sich etwas Ungewöhnliches auf der Homepage von Google. Zwischen Jobangeboten für Programmierer und Webdesigner fanden sich plötzlich auch Stellenanzeigen für Anleihehändler und Portfolio-Analysten. In den einschlägigen Technologieblogs setzte daraufhin eine rege Diskussion ein: Was treibt das Unternehmen aus dem Silicon Valley denn da?
Inzwischen gibt es eine Antwort. Google hat damit begonnen, seine 26,5 Milliarden Dollar an liquiden Mitteln und kurzfristigen Investments professioneller zu managen. Das berichtet Bloomberg Businessweek. Nach Microsoft und Cisco Systems ist Google immerhin die Nummer 3 unter den US-Technologiekonzernen mit den größten Barreserven.
Bislang hatte Google sein Geld eher konservativ angelegt, nun sollen die Renditen verbessert werden. Analyst Aaron Kessler von ThinkEquity LLC geht davon aus, dass das Unternehmen mit seinen Investments in 2010 - inklusive Zinseinnahmen sowie realisierter und unrealisierter Gewinne vor Steuern - eine Rendite von rund 2,5 Prozent erzielen wird. Das läge über den entsprechenden Vergleichswerten von Yahoo und Amazon.com, sagt Kessler.
Genaue Zahlen veröffentlicht Google selbst nicht. Eröffnet wurde der Trading Floor bei Google im Januar. Ziel ist es, die Kriegskasse weiter wachsen zu lassen - und zwar so lange, bis sich die richtigen Übernahmeziele bieten und das Geld sinnvoll verwendet werden kann.
Bloomberg





