Neuregelung

479 Berliner warten auf ein Spenderorgan

Die Zahl der Organspenden in Deutschland soll deutlich erhöht werden. Ab Sommer sollen deshalb Krankenkassen regelmäßig ihre Kunden anschreiben. In der Hauptstadt warten unterdessen immer mehr Menschen auf ein Spenderorgan.

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In Berlin warten nach Angaben der Techniker Krankenkasse immer mehr Menschen auf ein Spenderorgan. Zurzeit stehen 479 Menschen auf der Liste, das sind 12 Patienten mehr als vor einem Jahr, teilte die Kasse mit. Der Bundestag hat am Donnerstag eine weitreichende Reform der Organspende auf den Weg gebracht. Das Transplantationsgesetz soll alle Krankenkassen verpflichten, Versicherten über 16 Jahren Informationsmaterial und einen Spenderausweis zu schicken. Sie können sich dann für oder gegen eine Organspende entscheiden.

Die Kasse beruft sich für die Berliner Zahlen auf aktuelle Daten der internationalen Vermittlungsstelle für Transplantationen „Eurotransplant“. In der Hauptstadt warten danach die meisten Patienten (rund 400) auf eine Niere. 59 benötigen eine Leber, 14 eine Bauchspeicheldrüse, 13 eine Lunge und 6 ein neues Herz. Die durchschnittliche Wartezeit auf eine Niere beträgt zum Beispiel rund sieben Jahre.

75 Prozent der Deutschen wären eigentlich bereit, ein Organ zu spenden, aber nur 25 Prozent haben diese Bereitschaft auch erklärt. Ohne Einwilligung oder Zustimmung der Angehörigen dürfen Ärzte Organe jedoch nicht entnehmen. International liegt Deutschland bei der Bereitschaft zur Organspende im unteren Drittel.

Als potenzielle Organspender kommen nur Menschen infrage, bei denen der Hirntod vor dem Herzstillstand eintritt. Von den rund 400 000 Menschen, die jedes Jahr in deutschen Kliniken sterben, ist das nur bei einem Prozent der Fall. Ein Organspender kann bis zu sieben schwer kranken Menschen helfen.