Der Schönheitschirurg Werner Mang hat an die gesetzlichen Krankenkassen appelliert, künftig die Kosten von Schönheitsoperationen zu übernehmen. Menschen, die wegen ihres Aussehens psychische Probleme bekämen, gingen der Volkswirtschaft auf Dauer verloren, sagte Mang der Frauenzeitschrift „Brigitte“. Deshalb seien sie auf Hilfe durch die Allgemeinheit angewiesen. Der Spitzenverband der gesetzlichen Krankenkassen (GKV) wies die Forderung zurück. Das Bundesgesundheitsministerium wollte zu Mangs Vorschlag keine Stellungnahme abgeben.

Schönheitsoperationen gehörten nicht zum Leistungskatalog der gesetzlichen Krankenkassen, betonte die stellvertretende Sprecherin des GKV-Spitzenverbandes, Ann Marini. Schließlich handele es sich in der Regel nicht um medizinische Probleme, sondern um individuelle Wünsche, den eigenen Körper zu verändern.

„Dieser Wunsch ist legitim, nur darf man dann nicht erwarten, dass die Versichertengemeinschaft dafür bezahlt“, sagte Marini. Entscheidend sei, dass eine medizinische Notwendigkeit vorliege. Diese könne zwar auch durch psychische Belastungen gegeben sein, müsse jedoch im Einzelfall geprüft werden.

Mang kritisierte, dass Raucher mit ihren selbst verschuldeten Krebstherapien Milliardenschäden verursachten: „Und da halte ich es schon für wichtiger, wenn jemand auf Kosten der Allgemeinheit operiert wird, der unter seiner Nase leidet und nach der OP letztendlich ein ganz anderes Leben führen kann.“

Der GKV-Spitzenverband warnte davor, Krebstherapien mit Schönheitsoperationen gleichzusetzen. „Wenn jemand an Lungenkrebs erkrankt, ist nicht eindeutig nachweisbar, ob sein Leiden allein durch starkes Rauchen verursacht wurde“, sagte Marini. Ebenso könne zum Beispiel die Veranlagung eine Rolle spielen.

Die Leistungen der gesetzlichen Krankenkassen müssen laut Gesetz „ausreichend, zweckmäßig und wirtschaftlich“ sein und „dürfen das Maße des Notwendigen nicht überschreiten“. Im Einzelfall sei deshalb vor allem nach der Zweckmäßigkeit von Schönheitsoperationen zu fragen, erklärte Marini: „Alle Operationen, die medizinisch notwendig sind, bezahlen die gesetzlichen Krankenkassen dagegen ohne wenn und aber.“

Mang leitet eine Klinik für Schönheitsoperationen am Bodensee und will nun den chinesischen Markt erschließen. Für sein Projekt „Mang goes China“ hat er nach eigenen Angaben eine neue Operationsmethode für Nasen entwickelt, mit der Eingriffe in nur zehn Minuten möglich seien. Mang sieht in China Nachholbedarf: Es gebe dort viele Menschen, „die so eine Plattnase haben und wirklich grauenhaft ausschauen“.

EPD/cl