Medizin

Alte Formel erklärt Knickverhalten des Penis

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Dass Männer manchmal Erektionsstörungen haben, liegt nicht unbedingt am Versagensdruck oder dem Aussehen der Partnerin. Eine 200 Jahre alte mathematische Formel erklärt Impotenz als ganz natürliches und logisches Phänomen.

Das Stehvermögen ist ein mathematisches Problem, meint Daniel Udelson, Urologe und Professor der Luft und Raumfahrttechnik an der Universität Boston. Wann ein Mann „versagt“ ist nicht nur abhängig von der Größe und Form seines Penisses - sondern auch von dem Widerstand dem “er” entgegentritt, so Udelson in der "Science".

Basierend auf der zweihundert Jahre alten Eulerschen Formel für die Knicklast von Säulen entwickelte er ein Modell, das für jeden Penis das „Versagen" individuell bestimmen kann.


Die Standfestigkeit eines männlichen Gliedes ist abhängig von dem internen Druck (ICP) mit dem das Blut in den Penis fließt. Bei einem gesunden Mann liegt der Druck zwischen 60 und 90 mmHg. Bei impotenten Männern sinkt der Druck, bei manchen liegt er bei nur 30 mmHg.


Mathematisch gesehen muss der Innerdruck des Penis immer größer sein als der äußere Gegendruck, der beim Eindringen in die Vagina entsteht. Ist er das nicht, kann der Penis nicht in die Vagina eindringen.


Um die Zuverlässigkeit des Modells zu testen wurde bei 57 Männern durch Injizieren von Kochsalzlösung eine künstliche Erektion hervorgerufen. Auf die Spitze des Penis wird dann so lange ein Druck ausgeübt, bis sich das Glied krümmt. Die Höhe des Drucks wird gemessen. In Klassen eingeteilt kann für jede Größe und Form des Penis der Gegendruck ermittelt werden, den er maximal bestehen kann.

Die Methode erwies sich in den Tests zu 80 Prozent zuverlässig. Bei einem durchschnittlichen Innendruck von 50 mmHg variierte das maximale Gegendruckniveau von 0,3 kg bis zu 2 kg. Frühere Studien zeigten, dass zum Eindringen, abhängig von Durchmesser und Feuchtigkeit der Vagina, ein Druck von etwa 1,5 bis 2.5 kg nötig ist. Das erklärt, warum manche Paare miteinander können und andere nicht.