Innovation

Arbeitsplatz inklusive Laufband

| Lesedauer: 3 Minuten

Viele Arbeitnehmer, die acht Stunden am Tag vor dem Computer verbringen, klagen über chronische Rückenschmerzen und Verspannungen. Häufig kommen auch noch überschüssige Pfunde hinzu. Ein US-Möbelunternehmen hat daher nun die sogenannte Walkstation entwickelt – einen Computerarbeitsplatz inklusive Laufband.

Wer acht Stunden am Tag vor dem Computer sitzt, sollte zum Ausgleich Sport machen – doch wer hat dafür schon die nötige Zeit? Rückenschmerzen und Nackenverspannungen sind häufig die Folge und oft genug auch etliche Pfunde zu viel um die Gürtellinie. Der Büromöbelhersteller Details hat nun die Lösung für Firmen, die ihre Mitarbeiter auf Trab bringen wollen. Das US-Unternehmen hat einen Computerarbeitsplatz entwickelt, der gleichzeitig Laufband ist. Maximal drei Stundenkilometer beträgt das Tempo – langsam genug, um noch vernünftig arbeiten zu können und um gleich mehrere Stunden am Tag auf dem Gerät zu verbringen, sagen die Hersteller.

Der Unternehmensberater John Challenger sagt der neuen „Walkstation“ eine große Zukunft voraus. „Die Firmen erkennen, dass sie einen Weg finden müssen, um ihre Gesundheitsausgaben in den Griff zu bekommen“, sagt er. Vor allem übergewichtige Mitarbeiter kosteten die Unternehmen in den USA viel Geld. „Die Firmen wollen sicherstellen, dass die gesunden Mitarbeiter nicht durch kranken belastet werden, und deshalb beginnen sie, umfassende Fitnessprogramme aufzulegen, um der Gesundheitskrise offensiv entgegenzuwirken.“

Details-Chef Bud Klipa ist schon jetzt vom Erfolg seines Produktes überzeugt. Zwischen 30 und 40 Stück pro Woche verkaufe sein Unternehmen bereits. „Die Reaktion auf das Angebot war überwältigend“, sagt er. „Wir haben sehr viele Kunden, die nach dem ersten Gerät noch mehr gekauft haben.“ Die Walkstation kam im vergangenen Jahr auf den Markt. In einfacher Ausstattung kostet sie rund 4500 Dollar (2900 Euro) pro Stück. Entwickelt wurde das Gerät von James Levine, einem Forscher an der berühmten Mayo-Klinik, in der schon zahlreiche Prominente ihre Pfunde purzeln ließen.

„Die Walkstation soll keine Fitnessstation im Büro sein“, betont Levine. Ziel sei es nicht, den Pulsschlag hochzutreiben oder die Leute zum Schwitzen zu bringen. Vielmehr gehe es darum, die Menschen runter von den Bürostühlen holen und überhaupt in Bewegung zu bringen. Gesundheitliche Vorteile habe das Gerät durch den sogenannten „NEAT-Effekt“ nenne: die „non-exercise activity thermogenesis“, was so viel heißt, dass der Körper durch die leichte Bewegung angeregt wird. Bei einer Geschwindigkeit von nur einer Meile pro Stunde (1,6 Kilometer) verbrenne der Körper 100 Kilokalorien zusätzlich, sagt Levine.

Bud Klipa räumt ein, dass bislang noch nicht wissenschaftlich erwiesen sei, ob der Einsatz der Walkstation tatsächlich die Gesundheitsausgaben von Firmen reduzieren könne. Dass Anwender jedoch fitter und schlanker würden, stehe fest. „Ich habe das Gerät 68 Tage lang genutzt, bin dabei 308 Kilometer gegangen, habe 32.000 Kalorien verbrannt, die ich sonst nicht verbrannt hätte, und habe fünf Kilo verloren“, erzählt Klipa. „Und zwar ohne irgend etwas anderes an meinem Lebensstil zu ändern.“

Auch die Ernährungsberaterin und Fitnesstrainerin Juliet Rodman ist ein Fan der Walkstation. Sie habe von sich aus beim Hersteller Details nachgefragt, ob sie den Vertrieb für den Raum Washington übernehmen könne, sagt sie. Viele Firmen in den USA böten ihren Mitarbeitern Wellness- und Präventivprogramme. Doch die Umsetzung scheitere oft an der mangelnden Zeit, da die Angestellten für den Sport ihre Arbeit unterbrechen müssten. „Die Walkstation hilft den Unternehmen, gesunde Gewohnheiten am Arbeitsplatz zu installieren, sagt sie. „Die Leute können gleichzeitig arbeiten und sich bewegen, und das ist die Lösung.“