Es gebe Betroffene, die lieber die Zahl der Tage, an denen sie ein bestimmtes Lebensmittel konsumieren dürften, einschränkten, als dessen Menge zu reduzieren wie Experten in der Fachzeitschrift „Aktuelle Ernährungsmedizin“ berichten. Andere wiederum wollten nach wie vor ein spezielles Nahrungsmittel in der gleichen Häufigkeit zu sich nehmen, seien jedoch bereit, die Verzehrmenge einzuschränken, beobachteten Professor Volker Schusdziarra und sein Team vom Else Fresenius Zentrum für Ernährungsmedizin in München.
Wichtig ist den Therapeuten, das Essverhalten ihrer Patienten nicht zu drastisch zu verändern. Nur so könne sich ein längerfristiger Erfolg einstellen. Studien hätten gezeigt, dass die Menge dessen, was wir essen, für die Aktivierung von Sättigung verantwortlich ist, schreiben die Experten. Eine zu große Einschränkung der Verzehrsmenge sei aus diesem Grund für viele Adipöse problematisch.
„Ist die Essensmenge zu gering, kann unter Umständen das Sättigungsgefühl nicht ausreichend befriedigt werden, was langfristig von den Patienten nicht durchzuhalten ist“, erklärt Schusdziarra. Abnehmerfolg bedeute daher nicht pauschal „weniger essen“.
Energiedichte im Auge behalten
Ein wichtiger Bestandteil in der Therapie Fettleibiger sei vielmehr, die Energiedichte der einzelnen Lebensmittel im Auge zu behalten. Hochenergetische Speisen wie Fast Food, Kuchen, Käse, Wurstwaren oder Süßigkeiten werden im Schnitt zwar nur wenig konsumiert. Sie sind jedoch im hohen Maße für die tägliche Aufnahme von dick machenden Kalorien verantwortlich.
Das bedeutet für die Umsetzung der Diätvorschriften, eher auf energiedichte Lebensmittel zu verzichten. „Selbst bei nur geringer Verschiebung der Verzehrsmenge tragen sie zu einem erheblichen Zuwachs der Energieaufnahme bei“, warnen die Autoren. Für einen Teil der Betroffenen könne die ganz individuelle Lösung zur Gewichtsreduzierung darin liegen, weniger häufig energiedichte Lebensmittel zu sich zu nehmen. Bei einem gelegentlichen Verzehr könnten diese Patienten die generell Essensmenge aber weiterhin hochhalten.
AP/LF





