Genetik

Eine Erbanlage treibt die Menschen in die Sucht

Foto: ddp / ddp/DDP

Wer anfällig für Drogen ist, das bestimmt offensichtlich auch das Erbgut. Forscher fanden jetzt heraus, dass ein Chronosom auffällig oft in einer abgewandelten Form auftritt, wenn der Mensch von zwei und mehr Drogen abhängig ist. Besonders deutlich sind diese Veränderungen bei Frauen europäischen Ursprungs.

Offensichtlich existiert beim Menschen eine Erbanlage für eine allgemeine Anfälligkeit zur Drogensucht. Gene, die bei einzelnen Abhängigkeiten wie von Alkohol oder Opium eine Rolle spielen, sind bekannt. Was Xiang Chen von der Yale University in New Haven (US-Staat Connecticut) jetzt in den „Proceedings“ berichtet, hat jedoch eine neue Qualität.

Auf dem elften Chromosom fand er das Gen PKNOX2, das in seiner Normalform und in acht Varianten (Mutationen) auftreten kann. Dies Gen tritt auffallend häufig in einer der acht mutierten Formen auf, wenn ein Mensch von mindestens zwei oder sogar mehr Substanzen abhängig ist.

Das deutet darauf hin, dass PKNOX2 auf einer grundlegenden Ebene die Suchtanfälligkeit steuert. Mutierte Versionen des Gens im Zusammenhang mit Drogensucht waren am deutlichsten bei Frauen europäischen Ursprungs. Zwar waren die Zusammenhänge auch bei Männern und Menschen afrikanischer Abstammung sichtbar, aber statistisch weniger deutlich.

( rhl )