Forschern der Universitäten Lübeck und Manchester ist es gelungen, mit einem Molekül das für die Haarfarbe verantwortliche Pigment Melanin zu stimulieren. Dafür bildeten sie ein natürlich vorkommendes Molekül namens K(D)PT nach. Diese Verbindung ähnelt sehr denjenigen körpereigenen Hormonen, die für die Produktion von Melanin verantwortlich sind.

Im Labor brachten sie Haarfollikel von sechs Frauen im Alter von 46 bis 65 Jahren mit K(D)PT zusammen. Was sie beobachteten ist vielversprechend: Im Haar stieg der Gehalt des Farbpigments Melanin deutlich an. Für Projektleiter Ralf Paus könnte diese Methode als „Anti-Ergrauungsmittel“ eingesetzt werden, wie er der BBC mitteilte.

Trotz allem warnt er vor übereilter Euphorie, denn es sei noch nicht klar, ob dadurch eine Haarfarbe komplett wiederhergestellt werden könne. Außerdem würde damit, so Paus, nicht der natürliche Ergrauungsprozess umgekehrt. Vielmehr könnten die Ergebnisse Patienten helfen, deren Haare aufgrund von Krankheiten oder extremem Stress ergraut sind.

Auch Nina Goad von der Britischen Dermatologenvereinigung übt sich gegenüber BBC in Zurückhaltung: „Bis jetzt ist es reine Laborforschung und noch nicht für den Einsatz am Patienten geeignet.“ Doch auch wenn die Forschung noch in den Kinderschuhen stecke, könnten die Ergebnisse möglicherweise den Weg für neue Therapien ebnen, so Goad. „Momentan wird auf dem Gebiet nur mit Blick auf Patienten geforscht, die krankheitsbedingt an grauem oder weißem Haar leiden. Für die ist es auf jeden Fall ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung.“

mh