„Insbesondere im Herbst und Frühjahr können sich bei Betroffenen die Attacken häufen und unbehandelt einen großen Leidensdruck verursachen“, erklärt der Krefelder Neurologe Curt Beil. In Deutschland leiden etwa 200.000 Menschen unter Cluster-Kopfschmerzen. Männer sind dabei etwas häufiger betroffen als Frauen. Die Anfälle dauern unbehandelt zwischen 15 und 180 Minuten und treten oft mehrmals täglich auch aus dem Schlaf heraus auf. Weitere Begleiterscheinungen – nur auf der schmerzenden Kopfseite – sind eine gerötete Bindehaut, vermehrter Tränenfluss, eine laufende oder verstopfte Nase sowie Schwitzen im Bereich des Gesichtes. „Auch Übelkeit, Licht- und Geräuschempfindlichkeit kommen nach neueren Erkenntnissen häufiger vor“, sagt Beil.
Im Akutfall kann nach Angaben des Experten die Inhalation von Sauerstoff Abhilfe schaffen, ebenso der verschreibungspflichtige Wirkstoff Sumatriptan: „Herkömmliche Schmerzmedikamente sind hingegen wenig effektiv, ebenso wie Entspannungsübungen, Massagen oder Akupunktur, die beispielsweise bei Spannungskopfschmerzen gute Erfolge erzielen.“
Beil empfiehlt Betroffenen, darauf zu achten, welche Nahrungsmittel, Verhaltensweisen oder Umweltreize zu Cluster-Kopfschmerzen führen und diese soweit möglich vermeiden. Häufige Auslöser für Beschwerden seien bestimmte Lebensmittel oder Zusätze wie Natriumglutamat, Kalium- oder Natriumnitrit, Käse, Tomaten, Zitrusfrüchte oder Alkohol. Auch Hitze, Flackerlicht und Gerüche könnten die Beschwerden ebenso auslösen wie Wutanfälle, plötzliches Erschrecken oder starke Emotionen.
AP/LF





