Gesundheit

Heuschnupfen am besten jetzt behandeln

Für Patienten mit einer Allergie gegen Gräserpollen, im Volksmund auch Heuschnupfen genannt, ist jetzt die beste Zeit, mit einer spezifischen Immuntherapie beziehungsweise einer Hyposensibilisierung zu beginnen. Darauf weisen die Lungenärzte vom Bundesverband der Pneumologen hin.

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"Die Therapie sollte mindestens zwei, besser aber drei bis vier Monate vor Einsetzen der Gräserpollen-Flugsaison begonnen werden, damit bereits im ersten Behandlungsjahr eine deutliche Verminderung der Beschwerden erreicht werden kann", sagt Michael Barczok, Vorstandsmitglied des Bundesverbands der Pneumologen und praktizierender Arzt im Lungenzentrum Ulm. "Wenn man jetzt zum Beispiel mit der Einnahme der sogenannten Gräsertablette beginnt, kann man schon im Mai einen sehr guten, auch immunologisch nachweisbaren Erfolg beobachten."

Immerhin mehr als ein Viertel der Erwachsenen in Deutschland leidet unter Heuschnupfen. Bei Kindern unter sechs Jahren sind es zwischen drei und sieben Prozent, bei älteren Kindern bis zu 13 Prozent. Grundsätzlich gibt es zwei Behandlungsmethoden:

  • Unter die Haut: Die verantwortlichen Allergieauslöser (Allergene) werden mit einer Injektioinsnadel unter die Haut gesprizt.
  • Unter der Zunge: Als Tropfen oder in Tablettenforn werden die Allergene sublingual über die Mundschleimhaut aufgenommen.
  • Tropfen: Sie müssen in der Regel gekühlt werden, können meist nur Zu Hause eingenommen werden.
  • Gräsertablette: Die Tablette kann man praktischerweise in der Hand- oder Brieftasche immer bei sich tragen und nicht nur zu Hause, sondern auch überall unterwegs einnehmen. Die Einnahme ist problemlos, denn die unter die Zunge gelegte Tablette löst sich rasch im Mund auf.

Ziel der Therapie ist es, eine Toleranz gegenüber denjenigen Stoffen aufzubauen, auf die Allergiker überempfindlich (allergisch) reagieren. Dazu werden die betreffenden Allergene schrittweise, in ansteigenden Mengen in den Blutkreislauf eingebracht, bis der Körper sie nicht mehr als schädliche Fremdstoffe bekämpft. Somit lässt sich die Gräsertablette gut in den Alltag des Patienten integrieren und stellt eine komfortable Alternative zur subkutanen Spritzentherapie dar, für die regelmäßige Arztbesuche über eine Therapiegesamtdauer von drei Jahren erforderlich sind.

Zwar wäre es optimal, auch die Gräsertablette drei Jahre lang durchgehend einzunehmen. Mit der Tablette besteht aber auch die Möglichkeit, eine Winterpause bis spätestens zwei Monate vor Beginn der nächsten Pollenflugsaison einzulegen. Außerdem sind die in der Gräsertablette enthaltenen Allergenmengen höher konzentriert als in den Tropfen, sodass die Gräsertabletten insgesamt wirksamer sind als die Tropfen, wobei die erreichten Behandlungsergebnisse in etwa mit denen der subkutanen Immuntherapie gleichzusetzen sind.

Mit einem harmlosen Heuschnupfen, der Beschwerden an Augen und Nase verursacht, kann es bei Nichtbehandlung zu einem sogenannten Etagenwechsel kommen. "Dann breitet sich die Allergie von den oberen in die unteren Atemwege aus, und es kann sich ein allergisches Asthma mit chronischen Atembeschwerden entwickeln", warnt Barczok. "Das ist bei etwa 40 Prozent der Betroffenen innerhalb von zehn bis 15 Jahren der Fall." Dabei kommt es zu einer Verstärkung der Symptome, und die Behandlung, die anfangs noch gut geholfen hat, versagt. Ist einmal die Lunge betroffen, helfen oft die besten Therapien nichts mehr.

Mehr Informationen: www.lungenaerzte-im-netz.de