Medizin

Baby hat in Berlin ein neues Herz bekommen

Foto: ddp

Die sechs Monate alte Marla hat in ihrem sehr kurzen Leben schon ganz schön was mitgemacht: Jetzt teilten Ärzte mit, dass das Mädchen eine Herztransplantation gut überstanden hat und sich nun in einer Reha-Klinik erholen kann. Dennoch muss Marla ihr Leben lang Medikamente nehmen.

Ein erst sechs Monate altes Mädchen aus Rostock hat eine Herztransplantation in Berlin erfolgreich überstanden. Die kleine Marla habe sich von der Operation vor rund einem Monat soweit erholt, dass sie nun in eine Reha-Klinik überwiesen werden könne, sagte die Sprecherin des Deutschen Herzzentrums, Barbara Nickolaus. Der Säugling und seine Mutter Darjana wurden am Freitag der Öffentlichkeit vorgestellt.

Marla war im Februar mit einer schweren Herzmuskelerkrankung zur Welt gekommen. Dadurch sei das Herz zu schwach gewesen, sagte Nickolaus. Das Mädchen habe nur eine Lebenserwartung von wenigen Monaten gehabt.

Schon im Mai brauchte die Kleine Hilfe durch ein sogenanntes Kunstherz. Dabei unterstützten Maschinen ihr fragiles Herz-Kreislauf- System. Einige Wochen später kam dann die erlösende Nachricht, dass ein passendes Spenderherz gefunden wurde. Woher, wurde nicht gesagt. Nur, dass es von einem kleineren Kind stammt, das bei seinem Tod aber nicht unbedingt in Marlas Alter gewesen sein muss.

Marla überstand nicht nur die Operation am 21. Juli gut. Auch ihr Körper entwickle sich glücklicherweise für ihr Alter normal, sagte Nickolaus. Allerdings müsse das Mädchen ihr Leben lang Medikamente nehmen, damit ihr Körper das fremde Herz nicht abstoße.

„Trotzdem ist Marlas Fall ein sehr positiver“, sagte Nickolaus. Nicht immer bekämen schwer kranke Menschen rechtzeitig ein Spenderorgan. Nach Angaben der Deutschen Stiftung Organtransplantation sterben in Deutschland jährlich rund 1000 Patienten, weil sich kein Spender findet. Nach einer Umfrage der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung haben nur 17 Prozent der Deutschen einen Organspendeausweis.

( dpa/cl )