Anästhesisten wollen Narkosen sicherer machen. Noch immer sterbe einer von 10.000 Patienten während oder kurz nach einer Operation an Komplikationen, sagte der Präsident der Deutschen Gesellschaft für Anästhesiologie und Intensivmedizin (DGAI), Jürgen Schüttler, anlässlich des Deutschen Anästhesiekongresses. Gerade bei älteren Menschen mit mehreren Erkrankungen sei das Risiko hoch; dagegen liege es bei Gesunden, die nur wegen einer Sportverletzung operiert würden, bei 1:250 000.
Rund 10 Millionen Narkosen werden in Deutschland Jahr für Jahr durchgeführt. Eine besondere Risikogruppe sind neben den alten auch die ganz jungen Patienten. „Kinder sind eben keine kleinen Erwachsenen“, betonte die Chefärztin der Nürnberger Cnopf'schen Kinderklinik, Karin Becke. Sie seien nicht nur leichter verunsichert und ängstlich, sondern könnten auch Schmerzen schlechter ertragen.
Deswegen sei die Medizin inzwischen dazu übergegangen, auch bei kleineren Eingriffen öfters zu betäuben. Nichtsdestotrotz zeigt eine neue Erhebung, dass noch immer viele Kinder unnötig Schmerzen leiden – hier bestehe noch Verbesserungsbedarf. Zudem könne es aufgrund des kleineren Körpers bei Kindern schneller zu Komplikationen kommen, erläuterte Becke. Nötig seien daher spezialisierte Fachärzte.
Doch genau an diesen mangelt es aus Sicht des DGAI. Der Fachverband will deshalb nun mit einer groß angelegten Kampagne unter den Medizinstudenten für sein Gebiet werden.
dpa/cl





