Das gefährliche Hanta-Virus breitet sich in diesem Jahr besonders stark in Deutschland aus. Bis Mitte Mai wurden bereits rund 550 Fälle registriert, sagte die Sprecherin des Berliner Robert-Koch-Instituts (RKI), Susanne Glasmacher, und bestätigte damit einen Bericht des Bielefelder „Westfalen-Blatts“. Die Fallzahl liegt deutlich über dem Niveau der vergangenen zwei Jahre. Im starken Infektionsjahr 2007 waren hierzulande 1688 Fälle registriert worden.

Die aktuelle Situation ist der RKI-Sprecherin zufolge nicht ungewöhnlich. Es gebe immer Jahre, in denen besonders viele Infektionen gemeldet würden. Über die Hälfte der diesjährigen Fälle traten in Baden-Württemberg (349 Fälle) auf. Mit weitem Abstand folgten Bayern (81 Fälle) und Nordrhein-Westfalen (40 Fälle).

Das RKI hatte bereits zu Jahresbeginn mit einer starken Hanta-Virus-Saison gerechnet. Verantwortlich hierfür seien die günstigen Bedingungen für die Rötelmaus, die den in Deutschland heimischen Virustyp durch Speichel, Kot und Urin überträgt. Ein reiches Vorkommen von Bucheckern im vergangenen Herbst hatte den Tieren reichlich Nahrung geboten. Die lange geschlossene Schneedecke bot Schutz vor Feinden.

Gegen das Virus selbst existieren kein Impfstoff und keine Therapie. Gesundheitliche Folgen wie Nierenschwäche seien aber gut zu behandeln, sagte Glasmacher. Bislang sei in Deutschland kein Todesfall eindeutig auf das Hanta-Virus zurückzuführen. Der in Deutschland verbreitete Virustyp ist weit weniger gefährlich als die Varianten in Südostasien. Zu den hiesigen Symptomen der Erkrankung zählen hohes Fieber und grippeähnliche Symptome wie Kopfschmerzen.

Die Experten empfehlen, Kontakt zu Mäusen und deren Kot zu vermeiden. Keller, Schuppen oder Dachböden sollten ausreichend gelüftet werden. Bei viel Staub empfehle sich ein Atemschutz.

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