Urlauber sollten auch in Deutschland nur dort baden, wo sie Vertrauen in die Wasserqualität haben. Strandabschnitte zum Beispiel, in denen Rohre oder Entwässerungskanäle münden, sind tabu. Über solche Zuflüsse gelangt häufig eine erhöhte Zahl an Keimen ins Wasser. Das ist an den deutschen Küsten nicht die Regel, kommt aber vor, wie der ADAC in einem Test an 22 Nord- und Ostsee-Stränden ermittelt hat. Dabei wurden an 17 von 72 Messstellen Fäkalbakterien festgestellt, teilte der ADAC mit. An vier Messstellen bewerteten die ADAC-Tester die Badewasserqualität insgesamt mit „mangelhaft“. 38 andere – und damit mehr als die Hälfte - erhielten gute oder sogar sehr gute Noten. An rund jeder vierten Messstelle wurde allerdings eine erhöhte Belastung mit gesundheitsgefährdenden Keimen festgestellt. Keime wie Escherichia coli können zum Beispiel Magen-Darm-Krankheiten verursachen.
Strandurlauber sollten sich deshalb gründlich ansehen, wo sie baden gehen und den Platz wechseln, wenn er ihnen fragwürdig erscheint, empfiehlt der ADAC. Das gilt in jedem Fall, wenn Hinweise auf Verschmutzungen zu sehen oder zu riechen sind.
Vor allem Eltern sind dann gefordert: Das Risiko für Kinder sei umso größer, weil sie gerne lange im flacheren Wasser spielen und manchmal auch Wasser und Sand in den Mund nehmen. Gerade für kleinere Kinder gilt: Sie sollten nicht an Hundestränden baden. Dort kann das Wasser durch Fäkalien zusätzlich belastet sein.
Eltern sollten generell einen Blick auf Hinweis- oder Verbotsschilder am Strand werfen und ihre Kinder darauf aufmerksam machen. In den abgesperrten Bereichen ist auch das Spielen tabu. Vorsicht ist in der Nähe von Bootshäfen und Anlegestellen geboten. Dort kann es zu Verunreinigungen kommen, wenn Skipper illegal ihre Bootstoiletten entleeren. Aber auch Vogelkot ist dort oft ein Problem. Das gilt auch überall da, wo sich Seevögel in größerer Zahl aufhalten.
Eine erhöhte Keimzahl ist auch in Bassins möglich, die vom offenen Meer abgetrennt sind, weil es dort keinen Wasseraustausch gibt und Keime sich in wärmeren Wasser viel schneller vermehren. Auch um Buhnen und Pflockreihen machen Badeurlauber besser einen Bogen, rät der ADAC. Dort sammelt sich oft organisches Material und bleibt für längere Zeit liegen. Wo Algenhaufen im flachen Wasser zu sehen sind, ist ebenfalls vom Baden abzuraten.
Nicht zuletzt kann auch starker Regen das Risiko von Keimen im Meerwasser erhöhen: In der Nähe von Zuflüssen, über die dann oft auch größere Mengen von Krankheitserregern ins Meer gespült werden, darf dann besser nicht gebadet werden. Ein Warnsignal dafür sind Trübungen im Wasser.





