Berlin

Radioaktivität über Europa lässt Experten rätseln

Berlin. Experten des Bundesamtes für Strahlenschutz (BfS) rätseln über die Freisetzung eines radioaktiven Stoffes, der seit Ende September in weiten Teilen Europas gemessen wurde. Geringe Mengen von Ruthenium-106 (Ru-106) seien dabei auch in Deutschland an sechs Messstellen des Deutschen Wetterdienstes festgestellt worden, teilte das BfS mit. Nach ersten Analysen gehe die Radioaktivität auf einen Ursprungsort im südlichen Ural zurück. Die Quelle sei offenbar versiegt.

Laut BfS bestehe in Deutschland keinerlei Gesundheitsgefährdung für die Bevölkerung. So betrage die höchste in Deutschland gemessene Konzentration von Ruthenium in Görlitz 5 Millibecquerel pro Kubikmeter Luft. Auch bei konstanter Einatmung über den Zeitraum von einer Woche ergebe sich daraus eine Dosis, die niedriger sei als die, die durch natürliche Umgebungsstrahlung in einer Stunde aufgenommen werde.

Ein Unfall in einem Atomkraftwerk könne als Ursache ausgeschlossen werden. Ruthenium-106 wird auch als Strahlenquelle für die Krebstherapie eingesetzt, kommt aber auch in einigen Einheiten zur Energieversorgung von Satelliten vor.

( pol )