Religion

Warum Christen Karfreitag und Ostern feiern

Ostern als Höhepunkt der Karwoche ist das höchste christliche Fest. Warum es ein Symbol für den Sieg des Lebens über den Tod ist.

Foto: akg-images / akg

Mit Gottesdiensten erinnern Christen in diesen Tagen an das Sterben und an die Auferstehung Jesu. Theologisch sind die Feiertage untrennbar mit Ostern als dem Fest der Auferstehung verbunden.

An Gründonnerstag vergegenwärtigte die Kirche das Letzte Abendmahl Jesu mit seinen Jüngern. Der Volksbrauch will, dass "grüne Speisen" wie Spinat oder Brunnenkresse auf dem Tisch standen, doch verdankt der Tag seinen Namen offenbar dem althochdeutschen Wort "grunen": Gründonnerstag als Tag der "Greinenden", der Weinenden, der Büßer.

Trauer über das Leiden Jesu wird dadurch symbolisiert, dass im Gründonnerstags-Gottesdienst ab dem Gloria-Gesang Orgeltöne und Glockengeläut bis zur Osternacht verstummen.

Kreuzigung Jesu am Karfreitag

Das Wort "Kar" kommt ebenfalls aus dem Althochdeutschen und bedeutet "Kummer". Karfreitag gedenken Katholiken und Protestanten der Kreuzigung Jesu. Neben Aschermittwoch ist dies der einzige Tag, der in der katholischen Kirche als strenger Buß- und Fasttag gilt.

In vielen Kirchen werden am Karfreitag um 15 Uhr Gottesdienste gefeiert, der Tradition zufolge die Sterbestunde Jesu.

Karsamstag ist der Gedächtnistag der Grabesruhe. Auf den Altären stehen weder Kerzen noch Blumen noch irgendwelcher Schmuck. Die karge Ausgestaltung der Kirchen weist auf Leiden und Tod Jesu hin. Eucharistiefeiern finden nicht statt.

Auferstehung am Ostersonntag

Am Ostersonntag wird die Auferstehung gefeiert. Nach christlichem Glauben überwand der gekreuzigte Jesus den Tod und erfüllte damit seinen göttlichen Erlösungsauftrag auf Erden. Das Osterfest ist vor dem Hintergrund der jüdischen Pessachfeier entstanden. Seinen Termin legte das Konzil von Nicäa im Jahr 325 so fest, dass es immer auf den Sonntag nach dem ersten Frühlingsvollmond fällt.

Am Ostermontag trafen laut Lukasevangelium zwei Jünger auf dem Weg nach Emmaus einen Unbekannten, den sie später als Christus erkannten. Sie kehrten nach Jerusalem zurück und berichteten von der Auferstehung des Herrn. Daraus entwickelte sich am Ostermontag der Brauch des Emmaus-Ganges, der auch zum weltlichen Osterspaziergang wurde.

Ostern ist das älteste und wichtigste Fest der Christenheit. Es erinnert an die Mitte des christlichen Glaubens: die Auferstehung Jesu Christi von den Toten nach seinem Leiden und Sterben am Kreuz. Das Osterfest ist daher ein Symbol für den Sieg des Lebens über den Tod. In der frühen Christenheit fanden oft Taufen an diesem Tag statt.

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