Ferner kündigte der Elektronikkonzern aus dem kalifornischen Cupertino am Montag die Medizinplattform Research Kit an. Apple bleibt ein Meister der Dramaturgie: Bis zur Präsentation des neuen MacBooks bei dem mit dem Slogan „Spring forward“ (“Frühling vor!“) überschriebenen Event vergingen 30 Miniuten. Auf die Apple Watch kam Firmenchef Tim Cook erst nach 53 Minuten zu sprechen. Davor präsentierte er die bei diesen Events üblichen „großartigen“ und „atemberaubenden“ (O-Ton) Fakten und Daten zur Unternehmensentwicklung.

Apple scheint also das Tempo der Innovationen zu erhöhen. Denn auf dem Unternehmen lasten hohe Erwartungen des Marktes. Der Elektronikkonzern, der wie kaum ein anderer für Innovation steht, hat seit der Präsentation des ersten iPhone im Januar 2007 wenig wirklich Neues präsentiert – gleichwohl große Erfolge erzielt und 700 Millionen Geräte dieses Typs verkauft. Mit der Vorstellung des iPad im Januar 2010 schaffte es das Unternehmen dann, den bis dahin tot geglaubten Tabletmarkt zu reanimieren. Vor allem seit dem Tod des Firmengründets Steve Jobs im Oktober 2011 herrschte bei Apple die Strategie der kleinen Innovationshäppchen. Hier ein schnellerer Intel-Prozessor, da ein höher auflösendes Display.

Solange die Verkaufszahlen stimmen, kann sich Apple seine Slow-Motion-Strategie erlauben. Auch im Geschäftsjahr 2014 wies die Kurve nach oben – auf 182 Milliarden Umsatz. Die Gewinnmarge lag wie im Jahr zuvor bei 22 Prozent. Apple scheint dennoch die Schlagzahl jetzt wieder zu erhöhen.

Apple Watch in drei Kollektionen

Die Apple Watch kommt in drei Kollektionen am 24. April auf den deutschen Markt: Einstiegsmodell ist die Sports-Kollektion aus Aluminium mit farbigen Armbändern für 399-449 Euro. Die nächsthöhere Kollektion wird aus gehärtetem rostfreiem Stahl gefertigt. Sie kostet je nach Armband zwischen 649 und 1249 Euro. Das nur in ausgewählten Modell aus 16-karätigem Gold wird ab 11.000 Euro kosten. Damit könnte Apple die Eintrittskarte in den Club der erstklassigen Modemarken schaffen.

Apple ist Modehersteller von Anbeginn: Die weißen Apple-Laptops der Marke iBook sind Legende, der iPod sowieso. Später gehörten iPhone und iPad zur Grundausstattung nicht nur der Hipster. Andere Hersteller haben es nie geschafft, einen solchen Kult zu zelebrieren.

Neues MacBook mit langen Laufzeiten

Nun hat sich Apple einmal mehr vorgenommen, das Notebook neu zu erfinden. Das neue 12-Zoll-MacBook ist nur 13,1 Millimeter dick, kommt mit einem auflösungsstarken Retina-Display, einem größeren Trackpad, einer neuen Technologie für beleuchtete Tasten, einem energiesparenden Prozessor und eine neue Batterie, die in Schichten aufgebaut ist und dadurch 35 Prozent größer als in Vorgängermodellen sein kann. Das Gerät verbindet sich mit der Außenwelt per universellem USB-C-Standard. Dieser Anschluss dient gleichermaßen zum Energie- und Datentransfer. Das Gerät soll insgesamt 30 Prozent weniger Energie als Vorgängermodelle verbrauchen und bis zu zehn Stunden funktionsfähig bleiben. Das Gerät ist ab 10. April erhältlich und wird 1449 bis 1799 Euro kosten.

Die Medizinplattform Research Kit soll Forschern das Sammeln von Daten im Rahmen von Langzeitstudien erleichtern und Patienten medizindiagnostische Apps bieten – insbesondere für Krankheiten wie Parkinson, Asthma und Diabetes. Die ersten Apps sind ab sofort verfügbar. Apple versicherte, keine Nutzerdaten zu sammeln und die Softwareumgebung Open Source anzubieten – ein Novum in der Apple-Geschichte.