Umweltbewusste Fischesser sollten auf Makrele verzichten, können aber ohne schlechtes Gewissen Karpfen und Afrikanischen Wels essen. Das verraten die Signalfarben im neuen Einkaufsratgeber für Speisefisch der Umweltorganisation Greenpeace.

Greenpeace bewertet nicht nur den Zustand der Fischbestände, sondern auch die Umweltauswirkungen der Fangmethoden und das jeweilige Fischereimanagement. Von vielen der rund 80 Arten, die in Kühltheken angeboten werden, raten Umweltschützer inzwischen ab.

„Lachs, Schellfisch oder Dorade können wir zum Beispiel mit Einschränkungen empfehlen, sofern sie aus nachhaltiger Wildfischerei oder Aquakultur stammen“, sagte Greenpeace-Meeresbiologin Iris Menn am Donnerstag in Hamburg.

Greenpeace bewertet auf dem kleinen Faltblatt, das in jede Geldbörse passt, rund 100 Arten – aufgeteilt in mehrere Hundert Bestände und Aquakulturen. Die Verbraucher sollen schnell erkennen, ob die Ware aus nachhaltiger Fischerei stammt: Die Farbe Grün steht für „noch empfehlenswert“, Rot für „nicht empfehlenswert“.

Aal und Rotbarsch sind tabu

Bei fast allen Arten muss auf das Fanggebiet geachtet werden, aus dem der Fisch stammt. Es sollte auf Konserven oder an der Fischtheke angegeben sein. Zudem sind Meerestiere aus Öko-Aquakulturen in der Regel unproblematisch.

Bereits bei den beliebten Sardinen oder dem Hering heißt es inzwischen: genau hinschauen. Fänge aus dem Nordatlantik sollten nicht verzehrt werden. Dies gilt auch für atlantischen Kabeljau.

Pangasius ist nur empfehlenswert, wenn er aus Vietnam kommt oder in geschlossen Teichanlagen gezüchtet wurde. Dies gilt auch für Tilapia aus Honduras. Lachs oder Dorade sind nur zu empfehlen, wenn sie aus nachhaltiger Wildfischerei oder Aquakultur stammen.

Ganz gemieden werden sollten etwa Aal, Makrelen, Rotbarsch, Seehecht, der exklusive Seeteufel oder die aus Dornhai gefertigten „Schillerlocken“.

Tabu sind zudem Atlantischer Seelachs, Seezungen, aber auch Schnapper, Schwertfisch, Marlin und alle Thunfischarten außer Bonito und Weißer Thunfisch. Kaltwassergarnelen und Kaisergranat sollten nur aus dem Nordostatlantik stammen und tropische Shrimps etwa aus Indien, Bangladesch oder Vietnam.

Abweichende Empfehlungen

Die Empfehlungen der Umweltorganisationen weichen teils voneinander ab. Bioläden sind deshalb meist eine gute Wahl, denn sie bieten nur Fisch an, dessen Kauf vertretbar ist.

In Supermarktketten müssen Verbraucher genau hinsehen. Einen Hinweis auf nachhaltig gefangenen Fisch geben verschiedene Siegel. Etwa das MSC-Siegel: ein weißer Fisch auf blauem Grund mit dem Schriftzug „Marine Stewardship Council“ oder das rotumrandete Zeichen „Friends of the Sea“ mit einem symbolische Segelschiff auf blauem Grund. Für Zuchtfisch, also Fisch aus Aquakulturen, gelten Ökosiegel wie „Bioland“ und „Naturland“ als verlässlich.

Informationen zum Fischkauf

dpa/AFP/mim