Spiel des Jahres

„Kingdom Builder“ schafft Land unbegrenzter Möglichkeiten

„Kingdom Builder“ ist das „Spiel des Jahres 2012“. Dabei werden Canyons, Wüsten und Waldgebiete besiedelt und eigene Königreiche geschaffen.

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„Kingdom Builder“ wurde zum „Spiel des Jahres“ gekürt. Das gab die gleichnamige Jury am Montag in Berlin bekannt. Zwei bis vier Personen errichten in dem Strategiespiel ihr eigenes Königreich, indem sie möglichst geschickt Siedlungen bauen. „Dank des variablen Spielplans und der hohen Zahl verschiedener Siegbedingungen gleicht kein Königreich dem anderen.

Diese unterschiedlichen Ausgangslagen und eine Glückskomponente stellen die Spieler stets vor neue strategische Herausforderungen“, heißt es in der Begründung der Jury. Ein Spieldurchgang dauert etwa eine Dreiviertelstunde. „Kingdom Builder“ ist beim Queens Games-Verlag erschienen und kostet etwa 43 Euro.

Die Auszeichnung „Spiel des Jahres“ wird seit 1979 jedes Jahr vom Verein „Spiel des Jahres e.V.“, einem Zusammenschluss von Spielekritikern, vergeben. Damit soll dem Verein zufolge „das Kulturgut Spiel“ gefördert werden. Erster Gewinner war „Hase und Igel“ von David Parlett.

Nominiert waren zudem das Würfelspiel „Vegas“ und das Merkspiel „Eselsbrücke“.

Bei „Vegas“ suchen zwei bis fünf „Zocker“ in der Casino-Glitzerwelt ihr Glück, indem sie ihr Wurfergebnis möglichst clever zu vermarkten suchen. Das Ziel ist schlicht: Wer am Ende das meiste Geld hat, gewinnt.

Beim Spiel „Eselsbrücke“ ist Fantasie und Erinnerungsvermögen gefragt. Jeder dreht Text-Bild-Plättchen um und erzählt eine wilde Geschichte, in der alle aufgedeckten Begriffe vorkommen müssen. Später müssen sich die drei bis zwölf Mitspieler an die Story und damit an die Bildplättchen der anderen erinnern. Wer sich eine „Eselsbrücke“ bauen konnte, ist im Vorteil.

„Kennerspiel des Jahres“ ist „Village“

Seit dem Vorjahr vergibt die Jury neben dem „Spiel des Jahres“ und dem bereits im Juni ausgezeichneten „Kinderspiel des Jahres“ einen dritten Hauptpreis, das „Kennerspiel des Jahres“. Damit wendet sich die Jury an „Spieler, die bereits über längere Zeit Erfahrungen mit Brettspielen gesammelt haben und mehr Herausforderung suchen“, erklärte Tom Felber, Vorsitzender des Vereins Spiel des Jahres. Entsprechend wurden in dieser Kategorie nur Strategiespiele nominiert.

„Kennerspiel des Jahres“ ist „Village“, bei dem es um einen Familienclan geht. „Village bildet auf bislang einmalige Weise in einem Brettspiel das typische Leben in einem Dorf ab“, so die Jury. „Vor allem die Einbettung des Themas Tod ist so innovativ wie ungewöhnlich: Die Figuren gehören unterschiedlichen Generationen an, werden geboren und sterben.“ Die einzelnen Familienmitglieder können sich entscheiden, in den Kirchendienst zu gehen, im Rathaus Karriere zu machen, sich in der Landwirtschaft zu mühen oder auszuwandern. Wer wo auch immer seinen Job erfolgreich macht, stirbt nach einem erfüllten Leben und kommt in die Dorfchronik. Wer von zwei bis vier Spielern ab zwölf Jahren nach eineinhalb Stunden den meisten Ruhm für seine Familienangehörigen gesammelt hat, der gewinnt. „Village“ ist im Verlag eggertspiele erschienen und kostet etwa 35 Euro.

Nominiert waren auch die Spiele „Targi“ und „K2“. In „Targi“ liefern sich zwei Personen ab zwölf Jahren ein taktisches Wüstenduell. Beide stehen einem Tuareg-Stamm vor, handeln mit Waren und kämpfen um Gold und Vergünstigungen für ihren Clan. Sieger ist, wessen Sippe sich in rund einer Stunde Spielzeit am effektivsten entwickeln konnte. „K2“ will die Schwierigkeiten beim Besteigen des höchsten Berges im Karakorum nachfühlbar machen. Wettereskapaden, Sauerstoffprobleme und durch andere Bergsteiger blockierte Passagen machen die Bezwingung des Gipfels in der pakistanisch-indischen Grenzregion zum Abenteuer. Außergewöhnlich ist, dass „K2“ auch alleine spielbar ist.

Für wen die Spiele geeignet sind

„Spiel des Jahres“ Kingdom Builder: Queen Games, ab 8 Jahren, 2 bis 4 Spiele, 45 Minuten.

Auf der Nominierungsliste standen zusätzlich:

Vegas: alea, ab 8 Jahren, 2 bis 5 Spieler, 30 Minuten.

Eselsbrücke: Schmidt Spiele, ab 8 Jahren, 3 bis 12 Spieler, 40 Minuten.

„Kennerspiel des Jahres“ Village: Pegasus, ab 12 Jahren, 2 bis 4 Spieler, 90 Minuten.

Auf der Nominierungsliste standen zusätzlich:

K2: Heidelberger Spieleverlag, ab 10 Jahren, 1 bis 5 Spieler, 60 Minuten.

Targi: Kosmos, ab 12 Jahren, 2 Spieler, 60 Minuten.

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