Nach neuem Fund

Dioxin-Eier - was Verbraucher beachten sollten

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Der Fund von Dioxin-Eiern auf einem Biohof in Niedersachsen verunsichert die Verbraucher. Was beim Einkauf und Verzehr zu beachten ist.

Die Mengen der am Mittwoch in Niedersachsen in den Eiern gefundenen Dioxine und der verwandten PCB stellen nach Behördenangaben zwar keine akute Bedrohung dar, aber sie reichern sich im Körper an und können auf Dauer schädlich sein. Deshalb sollten Verbraucher versuchen, die Belastung zu minimieren.

Wie können sich Verbraucher über belastete Eier informieren?

Der Erzeugercode auf jedem Ei zeigt die Herkunft. Im aktuellen Fall sollte man Eier mit dem Code „0-DE-0356091“ meiden, wenn sie zugleich das Mindesthaltbarkeitsdatum 14.06.2012 oder später tragen. Die Überwachungsbehörden veröffentlichen Warnungen und Kennungen betroffener Eier oder anderer Produkte auf der Website www.lebensmittelwarnung.de.

Sind Verbraucher mit Bioeiern auf der sicheren Seite?

Nein, wie auch der jüngste Fall zeigt. Bei dem Betrieb handelt es sich um einen Biohof, der auf Freilandhaltung setzt. Schon bei ähnlichen Giftfunden in Eiern waren Biohöfe betroffen. In einem Fall stellten Prüfer fest, dass die Hühner PCB über den Asphalt aufnahmen, der am Rand ihres Freigeheges den Boden befestigte.

Gibt es Unterschiede zwischen Eiern aus Freilandhaltung und Ställen?

Flächen im Freien sind häufig stärker mit Dioxinen und PCB belastet als die Böden in geschlossenen Ställen. Weil die Hühner häufig im Boden scharren und Sand aufpicken, führt das generell zu einer höheren Grundbelastung der Eier. Dioxine und PCB sind zwar längst verboten, oder es gelten heute strengste Emissionsgrenzen, aber die Stoffe sind äußerst langlebig und häufig seit langem in der Umwelt vorhanden. Die Stoffe stammen ursprünglich unter anderem aus Müllverbrennungsanlagen und bestimmten Kunststoffen. Die Moleküle verteilen sich über das Wasser oder die Luft und haften vor allem an Bodenpartikeln und Pflanzen.

Können Verbraucher Dioxine und PCB ganz vermeiden?

Nein, sie lassen sich weder riechen noch schmecken und durch Kochen oder Braten nicht zerstören. Die Belastung lässt sich nur minimieren. Hauptquelle der Dioxinaufnahme ist bei Menschen mit 90 bis 95 Prozent Anteil die Nahrung, nahezu Zweidrittel davon durch Verzehr von Fleisch und Milchprodukten. Das liegt daran, dass sich die Gifte bevorzugt im Körperfett von Tieren ansammeln. Weil auch Gewässer mit Dioxinen und PCB belastet sind, können sehr fetthaltige Fische wie Lachse und Heringe unter Umständen sogar schlimmer verseucht sein als Landtiere. Da solche Fische aber meist nur in relativ kleinen Mengen konsumiert werden, sind sie als Belastungsfaktor nicht so entscheidend. Wer die Aufnahme der gefährlichen Gifte minimieren will, dem empfehlen Experten, insgesamt wenig fettreiche tierische Lebensmittel zu essen. AFP

( AFP/sei )