Für die Meteorologen ist der 1. Dezember der erste Wintertag. International hat sich diese meteorologische Jahreszeit bei den Wissenschaftlern in den 20-er Jahren durchgesetzt. Dafür sprachen vor allem statistische Gründe: Mit Daten lässt sich einfacher umgehen, wenn der Beginn der Jahreszeiten jeweils auf den Ersten eines Monats fällt.
Kalendarisch beginnt der Winter in diesem Jahr am 22. Dezember um 6.30 Uhr mitteleuropäischer Zeit. Die Sonne erreicht dann den tiefsten Punkt ihrer Jahresbahn. Deshalb heißt es auch astronomischer Winteranfang. In den nördlichen Breitengraden ist der 22. Dezember der kürzeste Tag des Jahres.
Der November brach schon den Trockenheits-Rekord, nun steht fest: Auch der gesamte Herbst war dieses Jahr ungewöhnlich regenarm, warm und sonnig. So lagen die Monate September, Oktober und November in Deutschland mit 429 Stunden Sonnenschein um 38 Prozent über dem Schnitt von 311 Stunden. Das teilte der Deutsche Wetterdienst (DWD) am Mittwoch in Offenbach mit.
Der November 2011 geht als trockenster Monat in die Geschichte ein. Seit Beginn der Wetteraufzeichnungen habe es in keinem Monat weniger Niederschlag gegeben als in diesem November, sagte Uwe Kirsche vom Deutschen Wetterdienst am Mittwoch in Offenbach. Deutschlandweit fielen im Durchschnitt drei Liter Niederschlag pro Quadratmeter. Normalerweise sind es im November im Schnitt 66 Liter. Bislang galt der April 1893 als trockenster Monat.
Seit Beginn der bundesweiten Aufzeichnungen 1951 schien die Sonne nur im Herbst 1959 und 2005 länger. Vor allem die Menschen in Kempten im Allgäu konnten sich über Sonne satt freuen: Hier schien sie etwa 558 Stunden, so lange wie noch nie zuvor. In Teilen Schleswig- Holsteins gab es immerhin noch 300 Stunden.
Aber nicht nur beim Sonnenschein brach der Herbst in diesem Jahr Rekorde. Auf ein extrem trockenes Frühjahr und einen unbeständigen Sommer folgte nach Angaben des DWD zudem ein äußerst trockener Herbst. Mit 111 Litern pro Quadratmeter fielen nur 61 Prozent des Solls von 183 Litern. Vor allem im November blieb der Regen vielerorts spärlich: In diesem Monat zählte der DWD mit rund drei Litern pro Quadratmeter die niedrigste Niederschlagsmenge seit Beginn der Wetteraufzeichnungen.
In ganz Deutschland war es zudem ungewöhnlich warm. Der Herbst 2011 zeigte sich mit 9,7 Grad Celsius um 0,9 Grad wärmer als der Durchschnitt der Jahre 1961 bis 1990. Den höchsten Temperaturwert meldete Rheinfelden am Hochrhein am 10. September mit 33,0 Grad. Die kälteste Herbstnacht maßen die DWD-Experten dagegen am 25. November mit -9,1 Grad in Reit im Winkl in Bayern.
Der Hase gehört übrigens zu den Gewinnern des extrem trockenen Herbstes. Als oberirdisch lebendes Steppentier profitiere er sehr vom Ausbleiben der Nässe, sagte der Wildbiologe des Landesjagdverbands Baden-Württemberg, Klaus Lachenmaier. „Je trockener der Herbst, desto besser für den Hasen.“ Die sonst übliche nasskalte Witterung setze dem Tier zu, schwäche es und mache es anfällig für Krankheiten. Aktuell könne der Hase aber in bester Verfassung in den Winter gehen. Das gelte praktisch für das gesamte Wild.
Die Bedingungen seien fast ideal, sagte Lachenmaier. „Wir haben eine Eichen und Buchenvollmast.“ Rehe und Wildschweine könnten sich mit Eicheln und Bucheckern einen dicken Winterspeck anfressen. Zwar seien die Böden inzwischen steinhart, was das Schwarzwild nicht liebe, aber auf dem Boden fänden sie genügend Nahrung und müssten nicht wühlen.
dpa/sei




