Gentechnik

Spanische "Supermaus" trotzt Krebs und Alter

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Ungeheure Kräfte machen „Superman" zu einem Held. Jetzt haben Wissenschaftler eine „Supermaus" erschaffen. Sie lebt länger als ihre kleinen Artgenossen und ist gleichzeitig weniger anfällig gegen Krebs. Möglich macht das ein Eingriff ins Erbgut: Die Aktivität einiger Gene wurde neu eingestellt.

Spanische Forscher haben eine genveränderte „Supermaus“ geschaffen, die länger lebt und weniger krebsanfällig ist. Grundlage der Arbeit war die Rolle des „Jungbrunnen-Enzyms“ Telomerase beim Altern, wie die Molekularbiologin María Blasco vom Nationalen Spanischen Krebsforschungszentrum (CNIO) in Madrid nach Presseberichten vom Freitag erläuterte. Die Telomerase schütze die Zellen zwar vor dem Altern, fördere aber zugleich die Tumorbildung.

Bei der „Supermaus“ kombinierte das Team um Blasco nun zwei Eigenschaften: Die Wissenschaftler veränderten die Aktivität eines Telomerase-Gens und verstärkten zugleich die Arbeit mehrerer Gene, die vor Krebs schützen. Das Ergebnis ist, dass die Mäuse um 40 Prozent länger leben und unempfindlicher gegen Krebsauslöser sind als ihre Artgenossen.

Beim Menschen seien solche Manipulationen allerdings nicht möglich, sagte Blasco, deren Ergebnisse in der US-Fachzeitschrift „Cell“ veröffentlicht sind.

Die Pharmaindustrie forscht derzeit an Telomerase-Medikamenten, die kürzer gewordene Telomere in den Zellen nachwachsen lassen sollen. Die Zellen altern dann langsamer. Blasco war für ihre Telomerase-Forschung im September in Hamburg mit dem Körber-Preis für Europäische Wissenschaft ausgezeichnet worden.