Evolution

Starke Behaarung machte Steinzeit-Männer sexy

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Die Hersteller von Rasiergeräten feiern: Wir erleben gegenwärtig eine Zeit, da entfernen immer mehr Männer Brust-, Rücken-, Bein- und sogar Intim-Haare. Doch was viele Frauen heute an Männern ästhetisch finden, wäre in der Vergangenheit als sexuelles Ausschlusskriterium gedeutet worden.

Männer tragen im Normalfall nicht nur Bärte, sie sind auch auf Brust, Bauch, gelegentlich sogar Schultern und Armen mehr oder weniger stark behaart. Frauen fehlt dies Merkmal, denn es wird während der Pubertät von Testosteron gesteuert. Von diesem Sexualhormon besitzen Frauen nicht so viel. Vermutlich behielten Männer einen Teil der Behaarung, als die Menschen in Zuge der Evolution ihr Fell verloren.


Den Grund dafür sieht Ian Gibbins, Professor an der Flinders University in Adelaide, in der sogenannten sexuellen Selektion: „Wer damals ein guter Ernährer der Familie war und trotzdem noch die Energie aufbrachte, Haare auf seinem Körper wachsen zu lassen, war bei der Fortpflanzung im Vorteil."


Mit anderen Worten, Frauen sahen in einem behaarten Mann einen gesunden und kräftigen Partner, der in der Lage war, die gemeinsamen Kinder groß zu ziehen. Bei der Partnerwahl zogen sie einen solchen Mann einem unbehaarten vor. Stark behaarte Männer hatten demnach auch mehr Frauen als weniger behaarte.


Heute hat sich diese Ansicht gewandelt, Männer neigen immer mehr dazu, sich nicht nur im Gesicht zu rasieren. „Das dreht allerdings die Evolution nicht um“, sagt Gibbins. „Das Rasieren ist eher ein klassisches Beispiel dafür, wie kulturelle Modeerscheinungen sich über evolutionären Druck hinwegsetzen können.“

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( rl )