Ein Mann, der diesem Drang nach dem fernen Unbekannten mit viel Mut und Engagement folgte, war Thor Heyerdahl. Der am heutigen Montag vor 94 Jahren im norwegischen Larvik geborene Anthropologe, Zoologe, Ethnologe, Geologe und Botaniker zählt zu den bedeutendsten Forschern des vergangenen Jahrhunderts.
Bekanntheit erlangte Heyerdahl insbesondere durch seine zahlreichen Projekte wie der „Kon-Tiki-Expedition“ im Jahre 1947. Frei nach dem Motto: „Probieren geht über studieren“ gilt Heyerdahl als der Begründer der „experimentellen Archäologie“ schlechthin. Immer wieder ging er wissenschaftlichen Fragen mittels Eigenversuch auf den Grund. Mit einem selbstgebauten Balsan-Holzfloß fuhr der Abenteurer von Südamerika nach Tahiti und bewies, dass die polynesische Kultur ihre Wurzeln in Peru haben könnte.
Kreativität und Fantasie gehören zum Wesen des Thor Heyerdahl ebenso wie enorme Zielstrebigkeit und Ausdauer. Als der Forscher 1969 mit einem nach ägyptisch-phönizischen Vorbild entworfenen Papyrusboot, genannt „Ra I“, von Marokko aus Amerika zu erreichen versuchte und das Schiff während der Fahrt unterging, unternahm er ein Jahr darauf einen neuen, nun von Erfolg gekrönten Versuch.
Trotz heftiger Kritik von außen hielt er an seinen unkonventionellen Ideen fest. Neben seinen Errungenschaften als Wissenschaftler setzte er sich auch erfolgreich für den Umweltschutz ein. Beispielhaft ist Heyerdahls unermüdliches Engagement im Sinne einer Verständigung der Völker – stellte er doch seine Forschungsgruppen so zusammen, dass Menschen verschiedener Kulturen gemeinsam an Projekten beteiligt waren.
Vielfach ausgezeichnet und mit elf Ehrendoktortiteln geehrt, ging Thor Heyerdahl als norwegischer Nationalheld in die Geschichte ein. 2002 trat der er seine letzte Reise an und verstarb im Alter von 87 Jahren in Norditalien.




