Innovation

Weniger Benzinverbrauch durch Nanoteilchen

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Jan Oliver Löfken

Foto: TU_Braunschweig

Benzin wird immer teurer, neue Automobile immer spritsparender. Doch auch ältere Motoren könnten bis zu zehn Prozent weniger Kraftstoff verbrauchen. Nanoteilchen im Motorenöl verbessern die Laufeigenschaften des Motors. Der Nachteil: Bei kurzen Strecken lohnt sich der Aufwand nicht.

Neue Autos werden in den kommenden Jahren immer weniger Benzin verbrauchen. Aber auch der Spritdurst von älteren Motoren soll sich mit speziellen Zusätzen zum Benzin oder zum Motoröl senken lassen. Heute genießen viele dieser angepriesenen Additive allerdings einen zweifelhaften Ruf.

Dennoch ist Heiko Scharnweber von der Firma Costec Technologies in Marschacht bei Hamburg davon überzeugt, mit einem neuartigen Nanozusatz zum Motoröl den Benzinverbrauch um bis zu zehn Prozent senken zu können.

Dabei reinigt zuerst fein strukturiertes Aluminiumoxid die Reibungszonen im Motor. Danach bilden nach und nach winzige Partikel aus Siliziumoxid eine Schutzschicht von bis zu einigen Hundert Millionstel Millimeter Dicke (einige Hundert Nanometer). Zusätzlich verbessern kleine Grafitpartikel die Schmierung und damit die Laufeigenschaften des Motors. Die Eigenschaften des Motoröls werden wegen der geringen Menge dieses Zusatzes nicht negativ beeinflusst.


"Die Wirkung tritt nicht sofort ein, die Maschine muss einige Zeit laufen“, sagt Scharnweber. So sank in Versuchen bei älteren Automotoren nach 1000 bis 2000 Fahrkilometern der Treibstoffverbrauch tatsächlich um etwa zehn Prozent. Eine unabhängige Testmessung am Lehrstuhl für Fahrzeugtechnik der Hochschule für Technik und Wirtschaft in Dresden bestätigte die Wirkung des "Nano-Max“-Additivs.

Auch für die Schiffsindustrie interessant

Zwar wurde die Wirkung nur bei einem einzigen Fahrzeug untersucht, doch ergab sich bei diesem eine Kraftstoffeinsparung von 9,7 Prozent. „Aufgrund dieser Ergebnisse können wir aber nicht sagen, ob es sich auch auf andere Fahrzeuge übertragen lässt“, sagt Norbert Brückner, Leiter des Dresdner Forschungsinstituts.

Bereits heute bietet Scharnweber sein "Nano-Max“-Additiv auf dem Markt an. Er ist davon überzeugt, dass die Wirkung sogar über 150.000 Kilometer anhalten könnte, 100.000 Kilometer garantiert er – unabhängig von den Ölwechseln. "Doch unser Produkt ist für jedes Antriebsaggregat interessant“, erklärt der Entwickler. Überall, wo Öl als Schmiermittel eingesetzt werde, könne es die Laufeigenschaften der Aggregate verbessern.

Erste Erfahrungen gibt es auch schon bei Schiffsdieseln. Bei einem Kraftstoffverbrauch von zehn Tonnen pro Tag könnte sich der Einsatz rasch amortisieren. "Nach vier Wochen Betrieb sind zwölf bis 14 Prozent Kraftstoffersparnis erreichbar“, sagt Scharnweber. Und erste Schiffseigner wenden das Additiv bereits an. Ob sich "Nano-Max“ auch auf dem Fahrzeugmarkt durchsetzen wird, kann Scharnweber noch nicht sagen. "Der Kfz-Bereich ist ein Haifischbecken. Da ist es schwierig, mit Weltkonzernen zu konkurrieren.“