UN-Studie

Erdbeben fordern weltweit die meisten Todesopfer

Erdbeben haben im vergangenen Jahrzehnt die meisten Todesopfer verursacht und bleiben auch in Zukunft die größte Gefahr für Millionen Menschen in aller Welt. Das ergab eine Studie der UN.

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Mit 22.6408 Toten war der durch ein Beben ausgelöste Tsunami in Asien im Jahr 2004 die schwerste Katastrophe. Bei dem Erdbeben 2008 in China starben 87.476 Menschen, wie aus der Untersuchung der Katholischen Universität Löwen in Belgien hervorgeht. 2005 starben durch ein Beben in Pakistan 73.338 Menschen.

Städte und Gemeinden in Erdbebengebieten sollten unbedingt in Schutzmaßnahmen investieren, um die Risiken zu senken, sagte die UN-Beauftragte Margareta Wahlström dazu.


Acht der zehn bevölkerungsreichsten Städte der Welt lägen an einer geologischen Verwerfungslinie, dies seien Tokio, Mexiko-Stadt, New York, Mumbai, Neu Delhi, Shanghai, Kalkutta und Jakarta. Auf das Erdbeben in Haiti vom 12. Januar dieses Jahres geht der Bericht nicht ein.


An zweiter Stelle der tödlichsten Katastrophen standen Stürme. So kamen 2008 durch den Wirbelsturm „Nargis“ in Birma 136.366 Menschen ums Leben. Auf Platz drei stehen extreme Temperaturen wie bei der Hitzewelle in Europa im Sommer 2003.



Überschwemmungen und Trockenperioden waren weniger tödlich, betrafen aber weitaus mehr Menschen. Fast drei Viertel der insgesamt zwei Milliarden Todesopfer gingen der Studie zufolge auf klimatisch bedingte Katastrophen zurück, wobei der Bericht allerdings keinen direkten Zusammenhang zwischen der Erderwärmung und der Zunahme von Klimakatastrophen herstellt.

Da sich die Zahl der Katastrophen im vergangenen Jahrzehnt gegenüber der letzten Dekade des 20. Jahrhunderts mehr als verdoppelte, warnen Vereinte Nationen und Wissenschaftler vor weiteren Klima- oder Wetterkatastrophen.