Medizin

Staub vom WTC ist offiziell tödliche Gefahr

Der asbestverseuchte Staub des im Jahr 2001 einstürzenden World Trade Centers war für Retter und Anwohner eine tödliche Gefahr. Das wurde jetzt erstmals vom obersten städtischen Gerichtsmediziner Charles Hirsch offiziell anerkannt.

Foto: bs/rf/sm / DPA

Hirsch schrieb in einem Brief, er sei sicher, dass der Staub zum Tod der 42-jährigen Bürgerrechtsanwältin Felicia Dunn-Jones im Februar 2002 beigetragen habe. Diese Entscheidung könnte Auswirkungen auf Hunderte von Fällen haben, in denen Feuerwehrleute, Polizisten und Rettungskräfte gerichtlich darum kämpfen, als Opfer der Terrorattacken anerkannt zu werden.

Hirsch erklärte einem Bericht der "New York Times" zufolge, er werde die Todesurkunde von Dunn-Jones entsprechend ändern. Statt eines natürlichen Todes soll nun Tod durch Gewalteinwirkung eingetragen werden. Außerdem wird ihr Name mit auf die Liste der Anschlagsopfer aufgenommen. Die Zahl der Menschen, die bei den Flugzeugattacken islamistischer Terroristen auf die Zwillingstürme starben, steigt damit nach Angaben der Zeitung auf 2750. Die Opferanwälte begrüßten die Entscheidung.

Felicia Dunn-Jones war dem Staub nur vergleichsweise kurz ausgesetzt, als sie von ihrem Büro einige Blocks entfernt nach Hause rannte. Dennoch erkrankte sie kurz darauf an Sarkoidose, einer Krankheit, bei der sich in lebenswichtigen Organen Gewebeknötchen bilden. Fünf Monate später starb sie an dem Leiden.