Jeder kennt die Situation: Der Witz war schlecht, aber man grinst dann eben doch mal mit – schließlich war der Komödiant der beste Freund oder, schlimmer, der Chef. Diese Art des sozialen Lachens beherrschen Menschen perfekt.

Aus gutem Grund: Wer auch mal scheinheilig lächelt, kommt in Gruppen leichter ans Ziel; er solidarisiert sich, zeigt Loyalität und in gewisser Weise zeigt er sogar Nachsicht, Höflichkeit und soziale Größe.

Aber nicht nur wir Menschen machen manchmal eine gute Miene zum bösen Spiel. Auch unter Schimpansen, unseren nächsten Verwandten, haben Forscher der Universität von Portsmouth nun Höflichkeitslächeln und andere Formen des sozialen Lachens nachweisen können.

„Wir konnten zeigen, dass Tiere in neu zusammengestellten Gruppen ihre Spielgefährten weitaus häufiger nachmachten als diejenigen in etablierten Gruppen, wo sich die Schimpansen gut kannten“, sagt Forscherin Marina Davila-Ross. „Das deutet darauf hin, dass das Nachahmen des Lachens eine soziale Rolle bei der Stärkung der sozialen Bindungen spielt.“

Offenbar sind verschiedene Formen des Lachens und Lächelns tief in der Evolution der Primaten verankert. Allerdings konnten Forscher bisher noch keine eindeutigen Belege dafür finden, dass Affen auch völlig falsch lachen – und mithin lügen. Das scheint offenbar dann doch nur der Mensch perfekt zu beherrschen.