Textilforschung

Achtung – das Hemd kann mithören

Klamotten werden immer klüger: Forscher in den USA haben ein Textilgewebe entwickelt, das hören und Laute von sich geben kann.

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US-Forscher entwickeln akustisch begabtes Textilgewebe: Die Stoffe aus High-Tech-Fasern könnten als hochsensible Mikrofone dienen, gesprochene Worte aufnehmen und Körperfunktionen überwachen – etwa den Blutfluss in den Adern oder den Druck im Gehirn, heißt es in dem Forschungsbericht des Massachusetts Institute of Technology (MIT), der in der August-Ausgabe des Fachmagazins „Nature Materials“ erscheint.

Die Entwicklung sei „ein neuer Meilenstein auf dem Weg zu funktionellen Fasern“, schreiben die Wissenschaftler. Ziel sei die Entwicklung von Fasern, „die mit ihrer Umwelt interagieren können“. Das Gewebe könne auch in Vibration versetzt werden. „Man kann sie tatsächlich hören, diese Fasern“, sagte Studienmitarbeiterin Noemi Chocat. Welche Botschaft die Fasern zu übermitteln haben, blieb dabei zunächst offen.

Als Anwendungsgebiete hatten die Wissenschaftler allerdings ohnehin nicht den Modebereich im Auge. Die Gewebe ließen sich zum Bau großer Sonaranlagen, zur Messung der Strömung in Ozeanen, als biologische Sensoren und als tragbare Mikrofone nutzen. „Ein Textil, das aus akustischen Fasern gewoben wird, könnte Millionen von kleinen akustischen Sensoren ersetzen“, heißt es in der Studie.