Wenn Menschen anderen gern etwas Gutes tun, dann liegt das offenbar in den Genen. Forscher der Universität Bonn fanden laut einer dieser Tage veröffentlichten Studie ein sogenanntes Altruismus-Gen. Eine winzige Änderung in einer bestimmten Erbanlage geht demnach mit einer deutlich höheren Spendenbereitschaft einher. Menschen mit dieser Änderung gaben im Schnitt doppelt soviel Geld für einen wohltätigen Zweck wie andere Probanden, fanden die Forscher in Tests heraus.

Die Experten konzentrierten sich bei ihren Untersuchungen auf eine Erbanlage, das sogenannte COMT-Gen, von dem es zwei Varianten gibt, die sich nur in einem einzigen Baustein unterscheiden. Das Gen enthält die Bauanleitung für ein Enzym, das bestimmte Botenstoffe im Gehirn abbaut. Der wohl bekannteste dieser Botenstoffe ist das Dopamin, im Volksmund auch Glückshormon genannt.

Bei Menschen mit einer bestimmten Gen-Variante wird drastisch mehr Dopamin im Gehirn abgebaut als bei anderen – im Test zeigten sich die Betroffenen deutlich spendabler. Die Studienergebnisse erschienen in der Zeitschrift Social Cognitive & Affective Neuroscience.

Es ist nach Angaben der Bonner Uni das erste Mal, dass Forscher einen Zusammenhang zwischen einer speziellen Erbanlage und altruistischen Handlungen feststellen konnten. Allerdings weiß man bereits aus Zwillingsstudien, dass altruistisches Verhalten zum Teil auch durch die Gene beeinflusst wird. Bekannt ist auch, dass Dopamin bei Tieren und Menschen an der Steuerung des Sozialverhalten beteiligt ist.

AFP/db