Forstwirtschaft

Wieder mehr Wald auf der Nordhalbkugel

Täglich verschwindet weltweit ein Stück Wald so groß wie Hannover. Doch es gibt auch Areale des Wachstums. In Deutschland ist das Fazit gemischt.

Foto: dpa

Das Abholzen der weltweiten Wälder schreitet voran – vor allem in den Tropen und dort insbesondere in Südostasien, Brasilien und Australien. Täglich verschwindet wegen des Hungers nach Biokraftstoffen und Rindersteaks Wald von der Fläche der Stadt Hannover Das Saldo der globalen Waldflächen ist dementsprechend negativ.

Allerdings gibt es auch Areale des Waldwachstums. In den gemäßigten Breiten der Nordhalbkugel wachsen die Waldflächen. Den größten absoluten Zuwachs verzeichnen China und die USA, wie diese Karte der UN-Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation illustriert. Um die Abholzung in den Ländern des Südens zu begrenzen, hat die UN-Klimakonferenz in Cancún ein Waldschutzprogramm beschlossen.

Die Entwicklungsländer werden aufgefordert, CO 2 -Emissionen durch Waldzerstörung zu verringern. Das Ziel sei, die Entwaldung zu stoppen oder sogar rückgängig zu machen. Die Industriestaaten sollen diesen Prozess unterstützen. Die Interessen der eingeborenen Völker und der Schutz der Artenvielfalt sollen dabei berücksichtigt werden.

Der deutsche Wald

In Sachsen-Anhalt machen neben dem Klimawandel auch saure Böden den Wäldern zu schaffen. Das geht aus dem Waldzustandsbericht 2010 des Landes hervor. „Mehr als ein Drittel der Waldfläche weist einen zu hohen Säuregehalt aus“, sagte Johannes Eichhorn von der Nordwestdeutschen Forstlichen Versuchungsanstalt Göttingen. Deshalb würden die Bäume schlechter mit Nährstoffen versorgt. An bestimmten Standorten sollten Böden gekalkt werden, um den Säuregehalt zu verringern, kündigte Umweltminister Hermann Onko Aeikens (CDU) an. Als ein Grund für die Entwicklung gelten Autoabgase.

Der Zustand der Thüringer Wälder hat sich im Jahr 2010 Jahr leicht verbessert. Nach Angaben des Forstministeriums gelten die Bäume auf 32 Prozent der Waldfläche als deutlich geschädigt. Ein Jahr zuvor seien es 34 Prozent gewesen. Keine Schäden verzeichnet der Waldschadensbericht des Landes für 26 Prozent der Flächen, was drei Prozentpunkte mehr als ein Jahr zuvor seien. Von der leichten Entspannung hätten bis auf Eichen alle Baumarten profitiert, ebenso wie die stärker betroffenen älteren Bäume. Forstminister Jürgen Reinholz (CDU) sprach von einem seit sieben Jahren fast gleichbleibend hohen Niveau bei den deutlichen Schäden.

Dem Wald in Schleswig-Holstein geht es wieder besser. Der Waldzustandsbericht 2010 zeige, dass sich der Wald zwischen Nord- und Ostsee weiter erhole, sagte Landwirtschaftsministerin Juliane Rumpf (CDU). Der Anteil der Bäume mit deutlichen Schäden (Schadstufen 2 bis 4) sank von 30 Prozent 2009 auf 26 Prozent in diesem Jahr. Keine sichtbaren Schäden (Schadstufe 0) hatten 34 Prozent der Wälder (2009: 33 Prozent). Bei den einzelnen Baumarten verbesserte sich vor allem der Zustand der Fichte: 61 Prozent wiesen keine sichtbaren Schadmerkmale auf oder wurden als schwach geschädigt eingestuft. Für den Bericht wurden 3600 Bäume auf 150 Flächen untersucht.