Riesige Areale voller mehrjähriger Gräser würden die Umgebung kühlen und viel Sonnenlicht ins All zurückstrahlen. Damit würden sie – zusätzlich zu dem aus ihnen gewonnen Biosprit – dazu beitragen, die Folgen des Klimawandels für den Menschen abzumildern. Das berichtet ein Team um Matei Georgescu von der Arizona State University in den „Proceedings“ der US-Akademie der Wissenschaften.
Biosprit gilt vielen als eine Alternative zu fossilen Brennstoffen. Dazu kann etwa Mais vergoren werden, um Ethanol zu gewinnen. Das allerdings kollidiert mit der Nahrungsmittelversorgung. Die USA wollen bis 2018 ein Drittel ihrer Maisernte zur Ethanolproduktion einsetzen. Dies richtet das Augenmerk auf mehrjährige Gräser wie die Rutenhirse (Panicum virgatum). Diese Biomasse-Quelle lässt sich ebenfalls in ihre chemischen Bausteine zerlegen, um daraus Ethanol zu gewinnen.
Das Team Georgescu konzentrierte sich bei seiner Analyse aber nicht allein auf die Treibhaus-Einsparung durch den Biosprit. In ihre Simulation gingen auch der kühlende Effekt durch die Transpiration der Pflanzen ein. Berücksichtigt wurde zudem, dass die oberen hellen Teile der Pflanze Sonnenlicht zurückreflektieren, das somit nicht zur Erwärmung des Bodens beiträgt.
Verglichen wurden in den Rechnern die Effekte des Anbaus von Mais mit jenem von mehrjährigen Gräsern wie der Rutenhirse. Das simulierte Untersuchungsgebiet liegt im Nordosten der USA und hat eine Größe von rund 840 000 Quadratkilometern. Das ist mehr als doppelt so groß wie Deutschland.
Ausweislich der Simulation sank die Lufttemperatur nahe des Bodens um etwa 0,9 Grad Celsius. Ursache: Die bis zu zwei Meter hohen Gräser verdunsten viel Wasser, das kühlt die Umgebung. Zudem werfen die hellen Fruchtstände der Gräser viel Sonnenlicht zurück.
Allein diese Verringerung der Sonneneinstrahlung macht pro Hektar die Verbrennung von 78 Tonnen Kohlenstoff wieder gut, heißt es in dem Journal. Die Untersuchung zeige, dass bei der Abwägung von Kosten und Nutzen des Biomasse-Anbaus viele Einflüsse berücksichtigt werden müssen, erklärt das Team.
dpa/db





