Astronomie

Spuren von Leben kamen im Kometenstaub zu uns

Auf den Resten eines Kometen fanden Forscher Anzeichen für Leben, das aus dem All auf die Erde kam. Die Sonde "Stardust" hatte Staub von "Wild 2" eingesammelt – und der enthielt die Aminosäure Glycin. Der Stoff wurde schon einmal unter Proben entdeckt. Damals war nicht klar, ob er nicht doch irdischen Ursprungs ist.

Foto: NASA / NASA/JPL

Zum ersten Mal ist auf einem Kometen einer der fundamentalen Bausteinen des Lebens entdeckt worden. Mikroskopische Spuren der Aminosäure Glycin wurden von der Nasa-Sonde Stardust aus dem Staub des Kometen "Wild 2" extrahiert. Glycin ist zur Entstehung von den Proteinen, die Strukturen wie Haar und Enzyme formen, nötig. Dies bekräftigt die Theorie, dass die Rohstoffe des irdischen Lebens ihren Ursprung im Weltall haben.

Die Sonde durchkreuzte im Januar 2004 etwa 390 Millionen Kilometer von der Erde entfernt den Staub des Kometen. Mit einem Schwammfilter, der zu mehr als 99 Prozent aus leerer Fläche entsteht, wurden Staub und Gas eingesammelt. Ein Kanister mit den Proben glitt zwei Jahre später an einem Fallschirm in der Wüste Utahs zu Boden.

Forscher glauben, auf Kometen in der Art von "Wild 2" gut erhaltene Partikel zu finden, die aus der Urzeit des Sonnensystems vor Milliarden von Jahren stammen. So hoffen sie, Einblick in die Entstehung der Sonne und den Planeten zu bekommen. Die Kometen sind nach dem Astronomen Paul Wild benannt.

Glycin – die häufigste von den 20 Aminosäuren auf Erden – wurde im letzen Jahr schon unter den Proben entdeckt. Zunächst konnten Forscher nicht bestätigten, dass der Stoff tatsächlich aus dem Weltall kam.

„Wir konnten uns nicht sicher sein, das er nicht bei der Herstellung oder Anfertigung des Raumfahrzeuges aus Versehen in die Proben gekommen ist“, sagte Jamie Elsila, Astrobiologin des Nasa-Zentrums Goddard im US-Bundesstaat Maryland und Hauptverfasserin der neusten Forschungsergebnisse.

Elsila präsentierte die Forschungsergebnisse der American Chemical Society in Washington. Sie werden auch noch in der Fachzeitschrift „Meteorotics and Planetary Science“ veröffentlicht.

Proteinmoleküle bestehen aus Ketten von solchen Aminosäuren. Diese sind die Bausteine des Lebens und finden sich in allen Strukturen des Organismus – vom Haar bis zum kleinsten Enzym. Lange fragten sich Forscher, ob diese komplexen organischen Verbindungen auf der Erde oder im Weltall entstanden sind.

„Die Entdeckung von Glycin in einem Kometen bestärkt uns in der Annahme, außerirdisches Leben könnte eher häufig statt selten sein“, meint Carl Pilcher, Leiter des Nasa-Instituts im US-Bundesstaat Kalifornien.

Glycin und andere Aminosäuren wurden schon in mehreren Meteoriten entdeckt – beispielsweise in einem, der 1969 im australischen Ort Murchison landete. „Jetzt entdeckten wir die Aminosäuren aber zum ersten Mal in einem Kometen“, so Jamie Elsila.