Umwelt

Wilde Kamelherde terrorisiert Dorf in Australien

Die rasante Vermehrung wilder Kamele in Australien wird zum ernsten Problem: Im Norden des Landes tyrannisiert jetzt eine riesige Kamelherde eine Dorfgemeinschaft. Die Einwohner trauen sich nicht mehr auf die Straße. Die Regierung will die Kamel-Plage nun mithilfe von Scharfschützen eindämmen.

Foto: picture-alliance/ dpa / dpa

Eine Herde von 6000 wilden Kamelen tyrannisiert in Australien eine Dorfgemeinschaft. Minister Rob Knight schlug nun im Parlament von Darwin im Norden des Landes Alarm. Die 350 Einwohner von Docker River im Norden des Landes trauten sich nicht mehr vor der Tür, berichtete er. „Sie werden von 6000 wilden Kamelen belagert, die mitten im Dorf sind und die Infrastruktur zerstören - die Lage ist kritisch."

Auf der Suche nach Wasser seien die durstigen Höckertiere vor einigen Wochen in dem Ort eingefallen, hätten die Flugzeug-Piste in Beschlag genommen und Zerstörungen angerichtet.


Laut Knight zerstören die Kamele Wasserleitungen. Zudem gebe es mittlerweile Gesundheitsprobleme, da verwesende Kadaver verendeter Tiere herumlägen. Die Tiere auf der Flugpiste behinderten zudem die im australischen Hinterland üblichen Krankentransporte per Flugzeug.


Kreis-Verwaltungschef Graham Taylor zeigte sich im Rundfunksender ABC besorgt. Teilweise sei die Belagerung durch die Kamele so schlimm, dass Bewohner in ihren Häusern festsäßen und nicht mehr vor die Tür könnten. Zudem bestehe Gefahr für kleine Kinder, die mit den Höckertieren spielen wollten.


Australien ist besser bekannt für seine zahlreichen Kängurus, doch leben im Innern des Landes auch mehr als eine Million Kamele. Sie vermehren sich rasant, die Herde verdoppelt sich alle sieben Jahre. Ihre Zahl droht außer Kontrolle zu geraten.

Scharfschützen sind bereits mit Hubschraubern unterwegs, um die Herde zu dezimieren. Die Regierung stellte dafür im Juli 14 Millionen australische Dollar (8,6 Millionen Euro) zur Verfügung.


Auch in Docker River sollen die Kameljäger aus der Luft nun zum Einsatz kommen. Sie sollen die Tiere zuerst aus den Wohngebieten scheuchen und dann im Hinterland erschießen.


Die ersten Kamele wurden vor 170 Jahren als Lasttiere nach Australien gebracht. Mit der Erfindung des Autos wurden sie überflüssig und freigelassen. Die australischen Kamele gelten als größte Herde der Welt.