Tiefsee

Invasion der Riesenkalmare vor Kalifornien

Pia Heinemann

Foto: EFE

Bisher lebten sie ausschließlich vor Südamerika. Doch jetzt tauchen plötzlich immer mehr Riesenkalmare vor Kaliforniens Küsten auf. Dort gehen die scheuen Kopffüßer nachts auf Fischfang. Forscher vermuten einen tiefgreifenden Wandel im maritimen Ökosystem.

In den Tiefen des Meeres vor der Küste Kaliforniens sammeln sich Riesenkalmare. Normalerweise zeigen sich diese großen Kalmare nicht. Tagsüber schwimmen sie in der Tiefe des Wassers und steigen nur nachts zum Fischfang an die Oberfläche.

Die bis zu drei Meter langen Tiere wurden 1997 das erste Mal in Kalifornien vorübergehend gesichtet. Zuvor waren sie nur vor Südamerika heimisch. Seit 2002 wächst der kalifornische Bestand kontinuierlich. Wissenschaftler glauben nun, da sich die Kalmare vor der Küste Kaliforniens in großer Zahl sammeln, einen weiteren Beleg für den Einfluss des Menschen auf das Ökosystem Meer gefunden zu haben.

„Wir sehen hier eine kombinierte Folge von Klimawandel und Überfischung der Meere“, sagt Bruce Robinson vom Monterey Bay Aquarium Research Institute. „Draußen im Meer vollzieht sich ein weitreichender Wechsel der Tier- und Pflanzenarten. Der wird wahrscheinlich sehr weitreichende Folgen für unsere Wirtschaft und für das Ökosystem haben.“

Ursprünglich lebte der große Kalmar Dosidicus gigas, der auch Humboldt-Kalmar genannt wird, in den warmen Meeresströmen der tropischen Ozeane. Dass er nun auch in nördlicheren Meeren lebt, ließe sich durch die veränderten Nahrungsbedingungen und höhere Wassertemperaturen erklären. Die Überfischung von Thunfisch in den Tropen hätte dazu geführt, dass die Kalmare ihre Fangreviere ausweiten und nun Seeheringe fressen.