Das mache diese sogenannten induzierten pluripotenten Stammzellen (ipS-Zellen) sicherer und könne ein Meilenstein auf dem Weg zu einer medizinischen Anwendung sein, teilte der Molekularbiologe Professor Hans Schöler mit.

Die Wissenschaftler hatten Nervenzellen ausgewachsener Mäuse über die Einschleusung eines einzigen Gens in einen gleichsam embryonalen Zustand zurückversetzt („reprogrammiert“), wie sie in der aktuellen Ausgabe des Fachjournal „Cell“ berichten. Anfangs mussten Forscher zur Gewinnung von ipS-Zellen noch vier Erbanlagen einschleusen, später erreichten sie die Reprogrammierung auch mit drei und dann zwei Genen. Je mehr Gene eingeschleust werden, umso höher ist das Risiko, dass ein Patient später an Krebs erkrankt. Das einzig jetzt noch genutzte Gen namens Oct4 birgt ein geringeres Krebsrisiko.

In die ipS-Zellen setzen Mediziner große Hoffnungen. Die induzierten Stammzellen haben möglicherweise dieselben Fähigkeiten wie die begehrten embryonalen Stammzellen. Aus diesen Multitalenten lässt sich jedes Körpergewebe züchten, das möglicherweise einmal zur Behandlung von Parkinson, Herzinfarkt oder Diabetes dienen könnte. Durch Vergleich mit embryonalen Stammzellen wollen die Forscher jetzt herausfinden, ob die induzierten pluripotenten Zellen tatsächlich die gleichen Eigenschaften haben.

In einem Punkt sind die ipS-Zellen gar im Vorteil: Da sie aus Körperzellen des Patienten gewonnen werden, haben sie alle das Patientenerbgut und werden vom Körper nicht abgestoßen. Und weil sie ohne Zerstörung eines Embryos erzeugt werden, gelten ipS-Zellen zudem als ethisch unbedenklich.