Der lange und harte Winter hat nach Ansicht von Experten die Infektionsgefahr durch Zecken nicht verringert.

Deswegen seien Impfungen gegen die von den Blutsaugern übertragene Frühsommer- Meningoenzephalitis (FSME) vor allem in den Risikogebieten dringend geboten, erklärte das Deutsche Grüne Kreuz in Erfurt.

In Thüringen sind bisher sieben Landkreise in Ost- und Südthüringen als Gebiete mit erhöhter Infektionsgefahr eingestuft.

Nach rückläufigen Erkrankungszahlen sei in Thüringen wie auch bundesweit nun wieder mit mehr Fällen zu rechnen.

Im vergangenen Jahr hätten sich sechs Menschen im Freistaat mit der von Zeckenbissen übertragenen Hirnhautentzündung infiziert.

Zecken beißen vor allem von März bis Oktober. Ihr bevorzugter Aufenthaltsort sind hohe Gräser und Unterholz.

Neben der FSME übertragen sie auch die bakterielle Borreliose, die im Frühstadium mit Antibiotika behandelt werden kann. Im Gegensatz zur Borreliose gibt es zur Behandlung der FSME keine speziellen Medikamente.

Bei einer Gehirnentzündung, der schwersten Form der FSME, kann es unter anderem zu Bewusstseinsstörungen und Lähmungen kommen. Im schlimmsten Fall kann die Krankheit zum Tod führen.

Wer vollständig geimpft sei, könne auf diesen Schutz einige Jahre vertrauen, hieß es. Viele hätten allerdings nur mit einer Impfserie begonnen oder Auffrischungen versäumt und würden sich daher in falscher Sicherheit wiegen.

In Thüringen wurden vom Robert Koch- Institut neben den Städten Gera und Jena die Landkreise Hildburghausen, Saale-Holzland, Saale-Orla, Saalfeld-Rudolstadt und Sonneberg als Risikogebiete festgelegt.