Motorik

Roboter für autistische Kinder entwickelt

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Foto: Adaptive Systems Research Group

Kaspar kann lächeln, gestikulieren, Mund und Augen bewegen und reagieren. Er ist klein und ziemlich mobil. Kaspar ist ein Roboter. Der kleine Kerl soll anderen kleinen Kerlen Gefühle entlocken. Das schaffen sonst oft nicht einmal Menschen, denn Kaspars Zielgruppe sind autistische Kinder.

An der Universität Hertfordshire und in einem Projekt von Studenten am gleichen Ort werden Roboter und ihre Wirkung erforscht. Außerdem geht es darum, wie Roboter in Therapien oder in der Bildung die soziale Interaktion trainieren können.

Kaspar soll auch gar nicht perfekt sein. Seine „Schöpfer“ haben bemerkt, dass es darauf nämlich gar nicht ankommt. "Die Idee ist, dass der Roboter ein Mittler für den zwischenmenschlichen Kontakt darstellt", erklärt Dr. Robins. "Wir können bereits sehen, dass Kinder, die sich normalerweise nicht zu anderen gesellen würden, durch Interaktion mit dem Roboter ein Interesse an anderen Kindern und Menschen entwickeln. Und wir glauben, dass diese Arbeit den Weg für den Einsatz von Robotern im Klassenzimmer und zu Hause, um diese Interaktion zu fördern, ebnen wird."

In Kaspars Kopf sitzen zwei Augen mit Kameras, die registrieren, was das Kind gegenüber tut. Der Kopf kann sich um bis zu acht Grad neigen. Zur besseren Akzeptanz wurde vor die metallenen Bauteile eine Gummimaske gesetzt. So sieht Kaspar wie ein kleiner Junge aus. Der ist inzwischen an Schulen im Bezirk Hertfordshire im Einsatz. Dort hilft er auch Kindern mit Lernschwierigkeiten und denen, die zum Autismus neigen.

Spielen ist ein wichtiger Teil der Kindheit; beim Spiel lernen Kinder ihre materielle und soziale Umgebung kennen, sich selbst und wie man soziale Beziehungen entwickelt. Allerdings können Kinder mit kognitiven oder körperlichen Behinderungen oder mit Entwicklungsstörungen Schwierigkeiten beim Spielen haben. Das wirkt sich auf ihre Lernfähigkeit aus und kann zu sozialer Isolation führen.

Für Roboter dieser Art gibt es ein Forschungsprojekt IROMEC, in dem untersucht wird, wie Kinder mit Behinderungen zum Spielen und damit zum Lernen bewegt werden können.

( cl )