Die Berliner Polizei nimmt in diesem Jahr zum ersten Mal an der "Langen Nacht der Wissenschaften“ teil. Für alle Krimi-Fans und Hobbydetektive spielt das Tempelhofer Polizeipräsidium am Platz der Luftbrücke am 14. Juni von 18 Uhr an einen vollständigen Fall von der Tat bis zur Gerichtsverhandlung nach. Wie die Polizei mitteilte, wollen die Beamten ihr Können bei fingierter Spurensicherung, Blutanalyse und Täterfahndung unter Beweis stellen. Zum Verfolgen dieses Falles würden vier Rundgänge angeboten, in denen die einzelnen Stationen der Spurensuche dargestellt werden. Geplant seien außerdem wissenschaftliche Fachvorträge zu Themen wie Fingerabdrücke, Arbeit der Mordkommission und DNA-Analyse.

Die "Lange Nacht der Wissenschaften“ wird in Berlin und Potsdam in diesem Jahr zum 8. Mal veranstaltet. Mehr als 100 Berliner und Brandenburger Forschungseinrichtungen öffnen von 17 Uhr bis 1 Uhr nachts ihre Türen für jedermann. Der Vorverkauf für das nächtliche Spektakel hat bereits begonnen. Insgesamt locken mehr als 1000 Programmpunkte all jene, die schon immer mal wissen wollten, was Forscher in ihren Laboren und Archiven eigentlich so machen. Rund 100 der Präsentationen, Mitmach-Versuche und Ausstellungen richten sich speziell an Kinder.

Rechtsmediziner führen am "Tatort" vor, wie sie arbeiten

Wem die Aktion der Polizei in Sachen Detektivarbeit noch nicht genug ist, der kann an der – nur für Erwachsene geeigneten – "Spurensuche“ mit der Berliner Mordkommission auf dem Gelände des Instituts für Rechtsmedizin der Charité teilnehmen. Rechtsmediziner erläutern am einem nachgestellten Tatort, wie ihre Arbeit abseits von Fernsehserien tatsächlich aussieht.


Neben den Krimshows mit Aha-Effekt der Polizisten gibt es unter anderem eine Schnitzeljagd der Geographen der Humboldt-Universität – mit Satellitennavigation geht es über den Campus von Adlershof. "Was ist los im Bauch“ heißt die Veranstaltung im Campus Berlin-Buch mit Quiz, Gipskurs und minimalinvasiver Operation von Gummibärchen. Ernsteren Themen sind die Führungen auf dem Campus gewidmet, die sich unter anderem mit humanen Stammzellen und der Entstehung von Tumoren befassen.

"Metalle, Sex und Schokolade" – auch so kann eine Vorlesung heißen

Analytische Einsichten verspricht auch das Programm des Humboldt-Instituts für Psychologie. Im Blickbewegungslabor können Besucher "am lebenden Objekt“ der Frage nachgehen, was Augenbewegungen über die Gefühle des Gegenübers verraten. Bunt und laut wird es dagegen bei der Experimentalvorlesung "Metalle, Sex und Schokolade“, die vom Institut für Chemie der Technischen Universität gestaltet wird. Erkenntnisse aus der Wirtschaft verspricht ein Spiel in der Wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät der Humboldt-Universität, bei der Gewinn- und Verlusterfahrungen mit – einmal mehr – Gummibärchen gemacht werden.

Die Tickets zur Langen Nacht kosten im Vorverkauf (bis 13. Juni) zehn Euro, ermäßigt sechs Euro. Das Familienticket für fünf Personen (jedoch nicht mehr als zwei Erwachsene) ist für 20 Euro erhältlich. Am Veranstaltungstag selbst kostet das Einzelticket zwölf Euro, ermäßigt acht Euro und das Gruppenticket 24 Euro. Für Kinder unter sechs Jahren ist der Eintritt frei.

Für Nachteulen wird es günstiger: Ab 23 Uhr gibt es an den Abendkassen ein Late-Night-Ticket für 5 Euro. Die Karten erlauben die kostenlose Nutzung der Shuttle-Busse und der öffentlichen Verkehrsmittel. Die Busse fahren von 17 bis 1 Uhr auf Rundkursen. Besucher können an jeder Haltestelle zusteigen.

Informationen im Internet: www.langenachtderwissenschaften.de

Telefonhotline zur "Langen Nacht": 030/28493847

dpa/sh