In den Dauerfrostböden (Permafrostböden) der subpolaren Breiten sind große Mengen an Kohlenstoffverbindungen gespeichert. Die Sumpflandschaften in Sibiriens, Alaskas, Kanadas und Skandinaviens Norden bestehen aus jahrtausendealten, gefrorenen Pflanzenresten, die im Sommerhalbjahr nur einige Dezimeter oder wenige Meter tief auftauen. Obenauf wächst eine Steppenvegetation.


Im Zuge der Erderwärmung, so nehmen Forscher an, tauen diese Böden in der Tiefe auf. Dann setzen sie vor allem durch die Tätigkeit von Mikroorganismen die Treibhausgase Kohlendioxid und Methan frei. So könnte sich der Klimawandel beschleunigen. Frühere Studien deuten darauf hin, dass das Tauen bereits begonnen hat, genaue Angaben zu den Gasmengen gibt es aber noch nicht.


Vermutlich blubbern aber die Gase mit einer gewissen Verzögerung aus, berichten nun Forscher der Universität von Florida in Gainesville im Fachmagazin „Nature“. Das Team von Edward Schuur untersuchte ab 1985 die Prozesse in einem Stück Permafrostboden in Alaska. Vor allem erstellte es eine Bilanz der gasbildenden und gasbindenden Vorgänge. Über die sogenannte Radiocarbon-Datierung (C14-Methode) war eine Altersbestimmung möglich. So konnten die Forscher unterscheiden, zu welchem Anteil die freigesetzten Gase aus altem gespeichertem Kohlenstoff stammten.


Ergebnis: Im Verlauf einiger Jahrzehnte, so legen die Emissionskurven nahe, dürfte der Permafrostboden zunächst mehr Treibhausgase binden, als er freigibt. Später dann überwiegt jedoch die Freisetzung von Gasen aus alten gespeicherten Kohlenstoffverbindungen. Die anfängliche Speicherung hänge damit zusammen, dass die Erderwärmung das Pflanzenwachstum anregt, schreibt Schuur.

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