Immer wieder wurde behauptet, die Grippeschutzimpfung senke erheblich die Sterblichkeitsrate von älteren Menschen. Forscher haben nun herausgefunden, dass der Schutzeffekt der gespritzten Antigene weit überschätzt wird und keine besondere Wirkung bei Senioren erzielt werden kann. Die Behauptung hatte so lange bestand, weil sich rüstige alte Menschen eher impfen lassen als kranke Senioren. Zudem sind jene Personen, die das Schutzangebot annehmen, generell gesundheitsbewusster. Sie essen gesünder, bewegen sich mehr, rauchen seltener und trinken weniger Alkohol, wie Untersuchungsleiter Dean Eurich von der Universität von Alberta betont. Die Impfung gegen die Grippe ist dennoch im Trend, denn
in den vergangenen Jahren stieg die Impfrate unter US-Senioren von 15 auf 65 Prozent. Der Epidemiologe untersuchte nun den Schutzeffekt der Impfung außerhalb der Grippesaison. Dazu analysierte er die Daten von rund 700 Patienten, die in Kliniken der Provinz Alberta mit einer Lungenentzündung, der häufigsten Komplikation einer Grippe, eingeliefert wurden. Eine Hälfte der Personen war geimpft, die andere nicht.
Zwar war bei den geimpften Patienten das Sterberisiko tatsächlich nur halb so hoch wie bei den Ungeimpften, dies lag aber weniger an der Impfung, sondern hauptsächlich an dem besseren Gesundheitszustand der Patienten. Erst kürzlich war eine große amerikanische Studie zu einem ähnlichen Resultat gelangt. In Deutschland raten Mediziner auch in diesem Jahr wieder zur Impfung gegen den Influenza-Erreger. Optimaler Zeitpunkt sei der September, heißt es bei der "Arbeitsgruppe Influenza.
AP/VR





