Der Neustart des größten Teilchenbeschleunigers der Welt ist erneut um drei Wochen auf Oktober verschoben worden. Dies teilt das Europäische Kernforschungszentrum Cern in Genf mit. Ein Defekt durch eine fehlerhafte elektrische Verbindung in der Verkabelung und eine so ausgelöste Panne im Kühlsystem hatten am 19. September 2008 zwei Magneten des unterirdischen Beschleunigers lahmgelegt. In der Folge strömte eine große Menge zur Kühlung benötigtes Helium in den Tunnel.
Der im Grenzgebiet von Frankreich und der Schweiz liegende, 27 Kilometer lange Beschleunigerring des Large Hadron Colliders (LHC) war neun Tage zuvor nach 13 Jahren Bauzeit in Betrieb gegangen. Der LHC kostete rund drei Milliarden Euro.
Die Ingenieure haben einige Veränderungen am LHC vorgenommen, die bis zu 26 Millionen Euro kosten könnten. Unter anderem bauten sie ein Kontrollsystem ein, das eine unerwünschte Erwärmung des Beschleunigerringes blockiert. Druckausgleichsventile sind nun eingefügt, und die Vakuumtechnik wurde verbessert, um den extremen Unterdruck im Beschleuniger zu gewährleisten. Zudem wurde die Verankerung der Beschleunigermagnete am Boden verstärkt.
Viele Tests seien entwickelt worden, um die Fehler an den Verbindungsstellen der Beschleunigerteile zu untersuchen. Man sei zuversichtlich, dass LHC jetzt in "guter Form" für den Neustart ist, sagt Steve Myers, Direktor für Beschleunigermaschinen an Cern.
dpa/rtr




