Die Nasa war voll des Lobes: „Das von den Deutschen gebaute Teleskop hat wirklich tadellos gearbeitet. Es zeigt wieder etwas von dem großen deutschen Ingenieurstalent, das wir über die Jahre hinweg zu schätzen gelernt haben.“ Dieses hohe Lob konnten jetzt die Konstrukteure des größten Flugzeugteleskops der Welt einstreichen.

Das vom Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt entwickelte Teleskop „Sofia“ (Stratospheric Observatory for Infrared Astronomy) hatte zuvor seinen ersten Einsatzflug in einem stark modifizierten Jumbojet Boeing-747SP hinter sich gebracht und war wieder sicher auf dem Dryden Flight Research Center der Nasa in Palmdale (Kalifornien) gelandet. Das Gerät habe dabei die Erwartungen nicht nur voll erfüllt, „sondern zum Teil sogar noch übertroffen“, sagte Bob Meyer, Sofia-Direktor bei der Nasa, nach dem Jungfernflug.

Auch die deutsche Seite zeigte sich über den Beginn der Forschungsflüge im amerikanisch-deutschen Gemeinschaftsprojekt „Sofia“ begeistert. Die Präzision und Bildstabilität der jetzt erstmals gewonnenen Aufnahmen sei außergewöhnlich, freute sich Thomas Keilig vom Deutschen Sofia-Institut in Stuttgart, „besonders, wenn man sich vor Augen hält, dass diese astronomischen Beobachtungen von einem gewaltigen Teleskop von Bord eines Flugzeuges gemacht werden, das mit 800 Stundenkilometern dahinfliegt.“

Tatsächlich übertrifft das größte Flugzeugteleskop der Welt mit einem Spiegeldurchmesser von 2,7 Metern das 2,4-Meter-„Hubble“-Weltraumteleskop. Doch während „Hubble“ im sichtbaren Bereich des Spektrums arbeitet, macht „Sofia“ seine Aufnahmen im Infrarotbereich, der von der Erde aus nicht zu beobachten ist, da die Erdatmosphäre – vor allen der in ihr enthaltene Wasserdampf – die Infraroteinstrahlung weitgehend blockiert. Der „Sofia“-Jumbo fliegt in zwölf Kilometer Höhe oberhalb der das Infrarot blockierenden Schichten.

Die „krönende Leistung“ des jetzigen Ersteinsatzes seien denn auch Aufnahmen des Jupiters und der Galaxie M82 gewesen, berichtet die Nasa, „in einem Frequenzbereich, in dem weder Observatorien am Erdboden noch im Weltraum Aufnahmen machen können“. Auf der M82-Aufnahme könne man durch die interstellaren Staubwolken hindurch Gebiete beobachten, in denen derzeit Tausende von Sternen entstehen. Auf dem Jupiter-Bild wiederum ließe sich erkennen, wie Hitze aus dem Inneren des Riesenplaneten durch die Wolken nach oben dringe.

„Mit diesem Flug beginnt ,Sofia' einen Zwanzig-Jahre-Betrieb, der eine große Anzahl von astronomischen Beobachtungen möglich machen wird“, kündigt denn auch Jon Morse vom Wissenschaftsdirektorium der Nasa an, „die sonst nicht zu gewinnen sein würden.“